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KONTAKTE-KOHTAKTbI
Verein für Kontakte zu Ländern der ehemaligen Sowjetunion.
Die Bearbeitung von Spendeneingängen in Folge des im November 07 verschickten Rundbriefes, das Ausstellen von Spendenquittungen und Dankschreiben standen wie immer im Mittelpunkt des letzten Monats im Jahr. Weil eine unbekannte Anzahl der über 4.000 Adressen in der Datenbank veraltet war, mussten im neuen Jahr alle Adressen überprüft und neue Adressen früherer Spenderinnen und Spender im gesamten deutschsprachigen Raum gesucht werden. Übrig blieben 2.640 Adressen früherer Förderinnen und Förderer unserer Partnerschaft für leukämiekranke Kinder.
Unser Förderschwerpunkt verlagerte sich allmählich auf die Unterstützung der Studiengruppe „Moskau-Berlin-Protokoll“. Nach diesem Therapieschema konnten im Berichtszeitraum rund 400 Patienten behandelt werden. Im April 2008 finanzierten wir mit 34.100 Euro einer der wichtigsten Konferenzen der MB-Studiengruppe in Moskau mit Teilnehmern aus den 40 beteiligten russischen und belorussischen Zentren sowie Gästen aus Kirgistan und Armenien und den Berliner Partnern Günter Henze und Arend von Stackelberg. Es wurden Schlussfolgerungen gezogen aus der Therapiephase ALL-MB 2002 für die künftige Therapie ALL-MB 2008, an der in den nächsten 5 Jahren jährlich rund 600 ALL-Patienten teilnehmen. (Eine allgemeinverständliche Darstellung der Therapie ist unserer Homepage zu entnehmen.) Nach der Aprilkonferenz flogen A. Karachunskiy und E. Radczuweit nach Eriwan / Armenien. Dort wurde eine Partnerschaft mit dem Leiter der pädiatrischen Onkologie/Hämatologie im Eriwaner Universitätsklinikum verabredet, sobald sich die noch im Bau befindende Station fertig gestellt ist. Unsere Unterstützung blieb im Berichtszeitraum konstant, sie bezog sich auf die laufenden Kosten der MB-Studienzentrale im Moskauer Republiks-Kinderkrankenhaus und alle Kommunikationskosten der teilnehmenden Zentren.
Anfang Oktober 08 fand in Berlin die 40. SIOP-Jahrestagung mit 2000 Teilnehmern aus aller Welt statt. Diese Konferenz der führenden Kinderonkologen unterstützten wir mit einem Vorschuss von 16.500 € aus unserem Spendenfonds, um die Teilnahme russischer Krankenschwestern zu ermöglichen, denen SIOP eine Qualifizierungsmaßnahme bot. Die Summe wird laut Vereinbarung mit der Charité zurückerstattet Unser Partner Karachunskiy hielt einen Vortrag über die Ergebnisse der Phase ALL-MB 2002. Er und seine Kollegin Larissa Fetschina, die mit ihrem onko-hämatologischen Zentrum in Ekaterinburg ebenfalls Mitglied der MB-Studiengruppe ist, waren die einzigen Konferenzteilnehmer aus Russland mit wissenschaftlichen Beiträgen. Beide erhielten für ihre ausgestellten Poster einen ersten Preis. Am 6. Oktober, dem Schlusstag der Konferenz, luden wir interessierte Konferenzteilnehmer und Berliner ein zu Vorträgen und einem Empfang im Berliner Rathaus. Rund 300 Gäste erschienen. Schirmherrin war die Senatsverwaltung für Gesundheit. Hier möchte ich noch einen besonderen Dank aussprechen an den Leiter der BerlinApotheke, Herrn Manfred Schneider und seine für den onkologischen Bereich zuständige Kollegin, Frau Stephanie Müller.
In diesem Jahr setzten wir für dieses Langzeitprojekt bis heute insgesamt 66.500 € aus dem Spendenfonds „Kinderleukämie“ ein.
Wünschenswert ist eine Erweiterung der Spenderbasis, um neben den hier skizzierten Maßnahmen wieder ein Stipendienprogramm finanzieren zu können, diesmal mit Ärzten aus russischen Provinzen, deren MB-Zentren noch unterentwickelt sind. Dort sollte auch nach Absprache mit unseren Partnern humanitäre Hilfe geleistet werden, wie wir sie in den 90er Jahren in unseren beiden ursprünglichen Moskauer Partnerstationen vermittelten.
Die Aussage von Günter Henze, dem von uns geförderten Moskau-Berlin-Protokoll verdankten bisher 2.200 Kinder ihr Leben, ist zu ergänzen. Weiteren Patienten leisteten wir Hilfe, die nicht im MB-Protokoll stehen. Aktuelles Beispiel ist der fünfjährige Wadim Isaak aus Barnaul / Sibirien, der auf unsere Vermittlung hin im Republiks-Kinderkranken-haus aufgenommen wurde. Für seine qualifizierte Therapie brauchten schon keine Spendenmittel mehr aufgewendet werden. Dies mag ein Beispiel für das Endziel unserer Partnerschaft für leukämiekranke Kinder sein: dass unsere Hilfe überflüssig wird.
Auch hier standen zum Jahresende 07die Dankesbriefe an Spender/innen und das Ausfüllen der Spendenquittungen im Mittelpunkt. Unsere Datenbank verzeichnet unter den Kennwörtern „Kriegsgefangene“ und „NS-Zwangsarbeit“ 3.000 Adressen. Unter dem Kennwort „Soforthilfe“, die gelegentlich noch von Frau Marina Schubarth in der Ukraine geleistet wird, gibt es noch 120 Adressen.
Auch 2008 organisierten wir zum Nationalen Gedenktag am 27. Januar eine Veranstaltung. In Partnerschaft mit der Friedensinitiative Zehlendorf zeigten wir im gut gefüllten Kino
Am 29. April thematisierten wir und das Internationale Auschwitz Komitee in der Gedenkstätte Deutscher Widerstand den Antisemitismus in der Ukraine. Es sprachen der Vorsitzende der Ukrainischen Assoziation Jüdischer Ghetto- und KZ-Überlebender, Dr. Boris Zabarko und sein Stellvertreter Wassilij Michailowski-Kaz. Rund hundert Gäste waren erschienen, darunter einige ukrainische Studenten, deren zum Ausdruck gebrachte Gesinnung die Notwendigkeit weiterer Aufklärungsarbeit unterstrich.
Vom 17. September bis 1. Oktober zeigten wir unsere Wanderausstellung „Denkzeichen – für sowjetische Kriegsgefangene“ in der Stadtbibliothek Freiburg. Am 27. September fand in der Katholischen Akademie Freiburg ein ganztägiges Seminar statt unter dem Titel „Sowjetische Kriegsgefangene in deutschem Gewahrsam und ihre Nachkriegsschicksale“. Referenten waren Staatsminister Gernot Erler, Prof. Dr. Wolfram Wette, Prof. Dr. Pawel Polian, der Leiter des Freiburger Stadtarchivs Dr. Ulrich P. Ecker und E. Radczuweit. Für das Freiburger Projekt danken wir besonders der West-Ost-Gesellschaft Südbaden, und für ihr Engagement der Stadträtin Gabi Rolland sowie unserem Freiburger Mitglied Dr. Achim Wölfing. Herr Wette verfasste aus diesem Anlass einen ganzseitigen Artikel in der Badenschen Zeitung, was Spendeneinnahmen von rund 2.000 Euro erbrachte.
Wir gaben ein Büchlein heraus, Titel: „Zu Gast in Wolgograd – Begegnungen mit sowjetischen Kriegsgefangenen“, Auflage: 500. Es sind aufwändig transkribierte Interviews sowie Kommentare unseres Mitarbeiters Dmitri Stratievsky. Wir danken der Stiftung Menschenwürde und Arbeitswelt sowie der Landeszentrale für politische Bildungsarbeit für die Förderung. Ein vierseitiger Rundbrief wurde an alle 3.000 Spender/innen verschickt.
Das Bürger-Engagement für vergessene NS-Opfer wäre ohne die ehrenamtliche Mitwirkung mehrerer Übersetzerinnen und Übersetzer nicht möglich. Nach wie vor steht die Korrespondenz mit allen Begünstigten gleichwertig neben der Spendenübermittlung.
Die Stiftung Erinnerung, Verantwortung und Zukunft fördert die Korrespondenz seit August 2008 mit einem Gehalt für Dmitri Stratievskyi Unsere ständig wachsende Briefsammlung wird für die Archivierung aufbereitet. Dafür stehen uns 10.000 Euro von der Stiftung Menschenwürde und Arbeitswelt zur Verfügung.
Bis heute haben wir in diesem Jahr für ehemalige sowjetische Kriegsgefangene 200.000 € übermittelt. Mit der ukrainischen Stiftung „Verständigung und Aussöhnung“ wurde ein Programm für medizinische Hilfe für ehemalige sowjetische Kriegsgefangen mit einem Volumen von 20.000 Euro vereinbart. Hinzu kommen 3.600 € unseres Mitglieds Angelika von Sarnowski als zweck-gebundene Spenden für die Kostendeckung des Armenischen Vereins der rehabili-tierten Gefangenen des II. Weltkrieges. An erster Stelle sei unserem Vorstandsmitglied Dr. Peter Plieninger gedankt. Rund 70 bedürftigen Mitgliedern der Ukrainischen Assoziation der Jüdischen Ghetto- und KZ-Überlebenden konnten 15.000 € übermittelt werden.
Hier begnüge ich mich mit der Auflistung der Titel:
| 18. Januar 2008 | „B. Akunin“ – Birgit Veit liest aus ihrer Übersetzung eines Romans des georgischen Dichters |
| 15. Februar 2008 | „Leben und Schicksal“ – Wassilij Grossmanns Stalingrad-Epos(Frau Schmidt), Herr Ruppel) |
| 14. März 2008 | „Christos voskres“ – Russische Ostern in Wort und Musik (Herr Eberle, Frau Schmidt) |
| 18. April 2008 | „Zwölf Stühle“ – Die russischen Satiriker Ilf und Petrow (Herr Ruppel) |
| 16. Mai 2008 | Bilder der frühen Jahre – Wassilij Kandinsky in Odessa (Schmidt/Ruppel) |
| 20. Juni 2008 | Chronik eines musikalischen Lebens – N. Rimskij-Korsakow zum 100. Todestag (Herr .Eberle) |
| 19. September 2008 | Komponist live – Martin Münch, Klavierwerke 1977–2007 |
| 24. Oktober 2008 | Der komponierende Chemieprofessor – A. Borodin zum 175. Geburtstag (Herr Eberle, wegen Krankheit Ersatzprogramm) |
Das „Montagskino“ findet Anfang jeden Monats als interne Veranstaltungsreihe für Berliner Mitglieder und Freunde unseres Vereins statt und findet guten Zuspruch.
Wir danken Peter Lind für sein Engagement, die von ihm gespendete Technik und allen Mitwirkenden an unseren Veranstaltungen! Wir danken Christine Kühnl-Sager für eine besondere Dauerspende, die Vermittlung und Bezahlung der fleißigen Raumpflegerin Frau Mandlitsch.
Berlin-Schöneberg, den 4. November 2008.
Dr. Gottfried Eberle.
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