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KONTAKTE-KOHTAKTbI
Verein für Kontakte zu Ländern der ehemaligen Sowjetunion.
(September 2011) Am 5. September erhielt der Leiter der multizentrischen MB-Studiengruppe, Prof. Dr. Alexander Karachunsky (Moskau), von KONTAKTE-KOHTAKTbI 20 000 € für die weitere Arbeit dieser Ärztegruppe aus 47 onko-hämatologischen Zentren in russischen und belorussischen Kinderkliniken. Es werden jährlich 600 Patienten behandelt, die an der häufigsten Krebserkrankung im Kindesalter leiden. Prof. Dr. Günter Henze (Berlin) schätzt deren Überlebenswahrscheinlichkeit jetzt auf 80%! Der von unserem Verein zu leistende Mindestbedarf beträgt pro Jahr 50 000 Euro, die durch Spendenbeiträge zu besorgen sind.
(August 2011) Die Spendenvergabe an ehemalige sowjetische Kriegsgefangene wird in Armenien auch fotografisch dokumentiert. Die beiden Bilder entstanden nach der letzten Überweisung von 5000 €.

Arestak Arakeljan
Er lebt mit seiner schwerbehinderten Frau in großer Armut und erhält deswegen unsere regelmäßigen Zuwendungen.

Mamikon Apresjan
Im Januar 2011 feierte er seinen hundertsten Geburtstag.
(Juli 2011) Am 19. Juli 2011 schickte unser Partner Nugsar Anguladse aus Kutaisi/Georgien folgende Nachricht und Fotos:
Liebe Freunde,
gestern Abend habe ich Eure medizinische Hilfe vollständig ausgezahlt. Die Hilfe wurde von allen Empfängern mit riesiger Freude und außerordentlicher Dankbarkeit entgegengenommen. Insbesondere möchte ich die Gefühlen von Konstantin Karcchija nennen. Er leidet seit langem an einem komplizierten Beinbruch. Er ist ans Bett gefesselt und braucht eine ordentliche medizinische Hilfe und Betreuung.

Sehr gefühlsvoll war unser Treffen mit den Brüdern Arweladze. Beide leben in verschiedenen Teilen Georgiens, ziemlich weit voneinander. Wegen dauerhafter Krankheiten haben sich die beiden 15 Jahre lang nicht getroffen. D.h., der Anlass für das Treffen war die Hilfe aus Deutschland. Der Älteste wurde auf dem Weg nach Kutaisi von seinem Sohn begleitet. Beide haben geweint. Das waren aber die Tränen der Freude und Dankbarkeit.

(Juli 2011) Am 19. Juli überwiesen wir 20 000 Euro auf das Konto unseres ukrainischen Vertragspartners, der internationalen Stiftung „Verständigung und Toleranz“. Das Zahlungsziel: Medizinische und sonstige Hilfeleistungen an ehemalige sowjetische Kriegsgefangene.
(Juli 2011) Anlässlich der Debatte im Deutschen Bundestag zum Überfall auf die Sowjetunion vor 70 Jahren erklären der Sprecher der SPD-Arbeitsgruppe Petitionen, Klaus Hagemann MdB, und der zuständige Berichterstatter Stefan Schwartze MdB:
Die Debatte um den 70. Jahrestag des Überfalls auf die Sowjetunion hat gezeigt, dass alle Fraktionen des Deutschen Bundestages die sowjetischen Kriegsgefangenen als Opfer des NS-Regimes ansehen. Wir fordern die Koalitionsfraktionen daher auf, die Petition des Vereins KONTAKTE-KOHTAKTbl e.V. gemeinsam mit der SPD-Bundestagsfraktion zur Berücksichtigung an die Bundesregierung zu überweisen.
Der Überfall auf die Sowjetunion vor 70 Jahren war der Beginn eines beispiellosen Verbrechens gegen die Menschlichkeit. 27 Millionen Menschen fielen dem Terror zum Opfer. Viele Opfergruppen sind nach dem Krieg als Opfer des NS-Regimes durch die Bundesrepublik Deutschland entschädigt worden. Die sowjetischen Kriegsgefangenen jedoch, die besonders unter dem NS-Terror gelitten haben, wurden nicht als Opfergruppe anerkannt.
Von den fast 5,7 Millionen sowjetischen Kriegsgefangenen haben mehr als 60 Prozent den Krieg nicht überlebt. In so genannten „Russenlagern“ und Konzentrationslagern wurden sie als „Angehörige einer minderwertigen Rasse“ durch Zwangsarbeit und Mangelernährung systematisch ermordet. Der Verein KONTAKTE-KOHTAKTbl e.V. setzt sich seit Jahren für eine Entschädigung und Anerkennung der sowjetischen Kriegsgefangenen als Opfer des NS-Regimes ein. In Form einer Petition hat er sich an den Deutschen Bundestag gewandt.
Die SPD-Bundestagsfraktion wird dafür votieren, die Petition zur Berücksichtigung an die Bundesregierung zu überweisen. So besteht die Chance, nach mehr als 70 Jahren ein Zeichen der Aussöhnung zu setzen und den wenigen noch lebenden ehemaligen sowjetischen Kriegsgefangenen eine Entschädigung zukommen zu lassen. Wir fordern die CDU/CSU-Bundestagsfraktion auf, ihren Worten in der Debatte Taten folgen zu lassen, indem sie sich diesem Votum anschließt.
(Juni 2011) Folgende Spenden wurden jetzt übermittelt: Dr. Boris Zabarko, Präsident der Ukrainischen Assoziation der jüdischen Ghetto- und KZ-Überlebenden erhielt für bedürftige Mitglieder der Assoziation 5000 Euro.
Der Armenische Verein rehabilitierter Gefangener erhält wieder 5000 Euro als Nothilfe.
Nach Georgien wurden 5100 Euro für 17 ehemalige Kriegsgefangene / Zwangsarbeiter überwiesen, die unsere Partner vor Ort ermittelten und für 4500 Euro wird in Georgien für diese Bedürftigen medizinische Hilfe gegeben.
Im Juni 2011 wurden aus unserem Spendeneinnahmen insgesamt 19 600 Euro übermittelt.
(Juni 2011) Am 70. Jahrestag des deutschen Überfalls auf die Sowjetunion eröffnete KONTAKTE-KOHTAKTbI mit einer Veranstaltung im vollbesetzten Senatssaal der Humboldt-Universität die Ausstellung „Russenlager“ und Zwangsarbeit – Bilder und Erinnerungen sowjetischer Kriegsgefangener, die bis zum 20. Juli 2011 im Hauptfoyer der Universität gezeigt wird.

Unsere Gäste aus Russland waren Jurij Kuznezow (rechts) und Jewgenij Platonow nebst ihren Enkeltöchtern als Begleiterinnen. Hier und bei weiteren Veranstaltungen bezeugten sie das Unrecht, was ihnen als Gefangene der Wehrmacht angetan wurde.
Fotos: Lars Nickel.

Auftritt des Kabarettisten Georg Schramm in seiner bekannten Figur des zornigen Rentners Dombrowski: Er fragte die beiden Zeitzeugen, die in der Jugend als „Untermenschen“ gequält und beleidigt worden waren, wie sie den Deutschen verzeihen könnten. Diese Großzügigkeit würde ihm, Georg Schramm, fehlen. Und er zeichnete eine Linie von der NS-Zeit in die Nachkriegszeit, wo frühere Naziaktivisten mitwirkten bei der Gestaltung unseres heutigen Gemeinwesens.
(Juni 2011) Dr. h. c. Gernot Erler (stellvertretender SPD-Fraktionsvorsitzender) am 30. Juni 2011 anlässlich des 70. Jahrestages des Überfalls auf die Sowjetunion bei der 117. Sitzung des Deutschen Bundestages.
Frau Präsidentin! Verehrte Kolleginnen und Kollegen! Der 22. Juni wäre prädestiniert als ein trauriger Gedenktag für eines der düstersten Kapitel der deutschen Geschichte. Dieser Tag erinnert uns daran, dass von ihm vor genau 70 Jahren unendliches Leid ausging, begleitet von schwer begreifbaren Verbrechen.
Der Krieg gegen die Sowjetunion war ein rassistischer Vernichtungskrieg. Er sollte für die Deutschen Lebensraum im Osten erobern, die angebliche Judenherrschaft in Russland brechen und die minderwertige slawische Rasse dezimieren und hinter den Ural verdrängen.
Die Verbrechen verteilen sich auf die vier Jahre zwischen 1941 und 1945, vom Anfang bis zum Ende. Ihr Ausmaß wird in Zahlen festgehalten, die unsere Vorstellungskraft überfordern: 27 Millionen getötete Menschen in dem überfallenen Land, davon 14 Millionen Zivilisten. Das bedeutete mindestens einen Trauerfall in praktisch jeder Familie. Hinter diesen Zahlen verbergen sich unauslöschliche Erinnerungsbilder von traumatischen Erlebnissen. Dazu gehören die sofortige Erschießung aller gefangen genommenen Politoffiziere der Sowjetarmee nach dem sogenannten Kommissarbefehl, der mindestens 7000 Opfer forderte, die grausame, auf Vernichtung zielende Behandlung von 5,7 Millionen sowjetischen Kriegsgefangenen, von denen fast 60 Prozent ihre Gefangenschaft nicht überlebten, und die systematische Liquidierung von 2,5 Millionen Juden in den eroberten Gebieten. Im Zuge dieser rassenideologischen Vernichtungspolitik wurden schon ab August 1941 ganze Gemeinden ausgelöscht. Die Schlucht von Babi Jar bei Kiew, in der allein am 29. und 30. September 1941 33 000 jüdische Männer, Frauen und Kinder erschossen wurden, steht als ein Erinnerungsort für Hunderte anderer. Dazu gehören auch der Versuch, im Winter 1941/42 das eingeschlossene Leningrad, die zweitgrößte Stadt der Sowjetunion, schlicht verhungern zu lassen, mit mindestens 800 000 Toten in den 900 Tagen der Belagerung, die Verschleppung von 2,8 Millionen Sowjetbürgern als Zwangsarbeiter und ihre rücksichtslose und erniedrigende Behandlung und dann, während des Rückzugs, die Politik der verbrannten Erde, der ganze Dörfer, Städte, Kulturlandschaften und wiederum Millionen von Zivilisten zum Opfer fielen.
Wenn wir heute hier im Deutschen Bundestag an den 22. Juni 1941 erinnern, von dem all dies grausame Geschehen ausging, dann bewegen wir uns auf dem Boden gesicherter Erkenntnisse der Wissenschaft mit vielen Beiträgen auch von deutschen und russischen Historikern. Das war nicht immer so. Nach 1945 ist alles, was mit dem Unternehmen Barbarossa zusammenhing, lange Zeit verdrängt oder verfälscht worden. Es hat lange Zeit gedauert, bis die sogenannte Präventivkriegsthese als Lüge entlarvt und widerlegt wurde. Es hat auch lange gedauert, bis die Legende von der sauberen Wehrmacht korrigiert werden konnte. Das geschah in der breiten Öffentlichkeit erst mit der berühmten Wehrmachtsausstellung nach 1995. Über mehrere Jahrzehnte hinweg schuf der Kalte Krieg für viele ehemalige Täter und Mittäter eine willkommene Legitimation, die alten Feindbilder zu konservieren und dabei von der eigenen Mitverantwortung für die Verbrechen des Krieges gegen die Sowjetunion abzulenken.
Eine überzeugende Aufarbeitung der Geschichte schafft die Voraussetzungen für eine angemessene Erinnerungskultur. Diese Voraussetzungen bestehen heute. Die Erinnerung aber mit Leben zu füllen, das ist eine Herausforderung, der sich jede Generation von neuem stellen muss.
(Beifall im ganzen Hause)
Wenn wir das heute versuchen, müssen wir eigentlich zunächst über ein Wunder sprechen, das Wunder nämlich, dass sich die Beziehungen zwischen Deutschland und Russland nach all diesen Traumata der Jahre 1941 bis 1945 über die Jahrzehnte hinweg so positiv entwickelt haben. Wir bezeichnen uns heute wechselseitig als strategische Partner. Umfragen zeigen, dass die übergroße Mehrheit der russischen Bevölkerung ein positives Deutschlandbild pflegt. Die Wirtschaftsbeziehungen zwischen unseren beiden Ländern entwickeln sich gut. Große Erwartungen knüpfen sich an das Projekt der Modernisierungspartnerschaft. Es bestehen über hundert deutsch-russische Städtepartnerschaften. Seit 2001 bemüht sich der Petersburger Dialog, die Zivilgesellschaften beider Länder näherzubringen. Auch in den Kulturbeziehungen haben wir viele Aktivitäten, vom Jugendaustausch über das gerade angelaufene deutsch-russische Wirtschaftsjahr bis zu dem für 2012 vorgesehenen Deutschlandjahr in Russland und dem Russlandjahr in Deutschland.
Wenn man sich überlegt, dass es tatsächlich in praktisch jeder russischen Familie ein Kriegsopfer gab, dass noch immer am 9. Mai, dem eigentlichen russischen Nationalfeiertag, der Sieg über Hitler-Deutschland gefeiert wird und an diesem Tag die Veteranen mit ihren Ordensbrüsten das Stadtbild bestimmen und dass all diese schrecklichen Ereignisse, die niemand vergessen kann, von Deutschland ausgingen, dann kann man das real existierende dynamische und positive deutsch-russische Verhältnis von heute nur als Wunder bezeichnen und Dankbarkeit dafür empfinden.
(Beifall im ganzen Hause)
Aber es gibt zum 70. Jahrestag des Überfalls auf die Sowjetunion auch von Schattenseiten zu berichten. Sie betreffen die Aufarbeitung des Unrechts, die Entschädigung der Opfer und die Vollständigkeit der Erinnerungsarbeit. Ich spreche hierbei von Opfergruppen, die bisher zu wenig gewürdigt wurden. Hier stößt man an erster Stelle auf das Schicksal der 5,7 Millionen sowjetischer Kriegsgefangener, die in doppelter Weise einem grausamen Schicksal unterworfen waren. Ihre Behandlung im deutschen Gewahrsam führte zu der entsetzlich hohen, von mir schon genannten Verlustquote von annähernd 60 Prozent, während die Quote zum Beispiel für Kriegsgefangene aus westlichen Ländern 3,5 Prozent an Opfern nicht überstieg.
Die Russen, die ihre Kriegsgefangenschaft überlebten, fanden zu Hause zunächst einmal für lange Zeit Ächtung, Ausgrenzung, ja, in vielen Fällen sogar eine Fortsetzung von Lagerhaft in dem System des stalinistischen Gulag vor. Es dauerte bis zum 24. Januar 1995, bis Präsident Jelzin ein Dekret zur Wiederherstellung der gesetzmäßigen Rechte der russischen Kriegsgefangenen unterzeichnete, wodurch sie wenigstens den Status von Kriegsteilnehmern erhielten und ihre negative Sonderstellung in der Gesellschaft beendet wurde.
Aber die ehemaligen Kriegsgefangenen erhielten weder Zugang zu den 1991 und 1993 eingerichteten Stiftungen in Moskau, Kiew, Minsk und Warschau, in die Deutschland 766 Millionen Euro zur Weitergabe an Opfer des Nationalsozialismus einzahlte, noch zu der im Jahr 2000 gegründeten Stiftung „Erinnerung, Verantwortung und Zukunft“, die zwischen 2001 und 2007 Auszahlungen in Höhe von 4,4 Milliarden Euro an 1,6 Millionen Opfer in 100 verschiedenen Ländern vornahm, hauptsächlich an Menschen, die als Zwangsarbeiter für Deutschland gelitten hatten, ausdrücklich aber nicht an die Kriegsgefangenen, deren Leistungsberechtigung in § 11 der Stiftungssatzung ausdrücklich ausgeschlossen wurde.
Immer wieder wird völkerrechtlich darauf verwiesen, dass Kriegsgefangene eben Opfer des sogenannten allgemeinen Kriegsschicksals seien und dass ihre Entschädigung insofern Sache ihrer Herkunftsländer sei, die dafür Mittel aus Reparationszahlungen nutzen müssten. Aber trifft diese Einordnung ins allgemeine Kriegsschicksal tatsächlich auf die sowjetischen Kriegsgefangenen in deutscher Hand zu, auf Menschen, die in Güter- und Viehwaggons transportiert wurden, die häufig und auch zu Winterzeiten im Freien untergebracht wurden und die in den berüchtigten Mannschaftslagern, in den Stalags, von völlig unzureichender Ernährung, von Hunger, schwerster Zwangsarbeit sowie Krankheiten und Seuchen in so erschreckend großer Zahl dezimiert wurden?
Längst ist erwiesen, dass sich die Unterscheidung von Zwangsarbeitern und KZ-Häftlingen auf der einen Seite und Kriegsgefangenen auf der anderen Seite so nicht aufrechterhalten lässt. Das wird auch durch drei neuere Ausarbeitungen des Wissenschaftlichen Dienstes des Deutschen Bundestages aus den Jahren 2010 und 2011 bestätigt, die im Zusammenhang mit einer Petition in Sachen Entschädigung der Kriegsgefangenen erstellt worden sind. Diese Petition liegt dem Deutschen Bundestag seit September 2006, also seit jetzt annähernd fünf Jahren, vor und wurde bis heute nicht abgeschlossen. Eingereicht hat sie die Organisation KONTAKTE-KOHTAKTbl, die sich in bewunderungs- und unterstützungswürdiger Weise der noch lebenden ehemaligen Kriegsgefangenen annimmt. Ich finde, das ist ein Grund, auch einmal von diesem Haus aus einen herzlichen Dank an diese engagierten Zeitgenossen zu sagen.
(Beifall im ganzen Hause)
Die Leute von KONTAKTE zahlen aus privaten Stiftungsgeldern Einmalsummen von 300 Euro an die Betroffenen aus und übersenden dieses Geld verbunden mit einem persönlichen Anschreiben. Es ist berührend, wenn man sieht, wie häufig auf diese eher symbolische Anerkennung des Leidens ausführliche Dankschreiben zurückkommen.
Es ist wirklich Zeit, zu versuchen, hier zu einem gemeinsamen Ergebnis zu kommen. Wir können dieses Thema nicht allein engagierten Privatpersonen überlassen oder gar auf die bevorstehende biologische Erledigung setzen. Wir sollten einen gemeinsamen Weg finden und uns gerade durch den 70. Jahrestag des 22. Juni 1941 dazu mahnen lassen, zumindest einen Weg für eine Geste des Bedauerns und der Anerkennung des Leids der vergessenen Opfer des Vernichtungskrieges gegen die Sowjetunion zu finden. Dass zu diesen die 14 Millionen Zivilopfer, aber eben auch die über 3 Millionen umgekommenen Kriegsgefangenen gehören, daran hat uns gerade wieder ein Appell von Aktion Sühnezeichen zusammen mit vier weiteren Organisationen eindringlich gemahnt; das Memorandum trägt den Titel „Aus dem Schatten der Erinnerung“.
Es wäre gut – damit möchte ich schließen –, wenn unsere heutige Debatte uns alle motivierte, es nicht weiter zuzulassen, dass wir auch 70 Jahre nach dem 22. Juni 1941 noch von vergessenen Opfern in diesem Vernichtungskrieg gegen die Sowjetunion sprechen müssen.
Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit.
(Beifall im ganzen Hause).
(Mai 2011) Endlich genehmigte das russische Gesundheitsministerium eine wichtige Hilfeleistung für kinderonkologische Zentren in Iwanowo, Jaroslawl, Tomsk, Stawropol, Tscheboksari und Ulan-Ude: Von KOHTAKTbI gespendete und jetzt ausgelieferte Zytozentrifugen, die unverzichtbar sind für die Diagnose von Krebs. Dafür wurden 28 000 Euro aus zweckgebundenen Spenden bezahlt. Die begünstigten Zentren nehmen teil an dem von uns geförderten Therapieprogramm „Moskau-Berlin-Protokoll“.

8. Mai 2011, beim Fest zum Tag der Befreiung vor dem Deutsch-Russischen Museum Berlin-Karlshorst
Sibylle Suchan-Floß und Eberhard Radczuweit im Gespräch über das Engagement unseres Verein.
(April 2011) Am 9. März und 4. April überwiesen wir insgesamt 7200 Euro für 24 in Georgien lebende NS-Opfer, die unseren georgischen Partnern von regionalen Verbänden der Kriegsveteranen genannt wurden. Am 22. März wurden 5000 Euro als Nothilfe auf das Konto des armenischen Vereins der rehabilitierten Gefangenen des II. Weltkrieges überwiesen. Am 12. April schickten wir unserem Moskauer Vertragspartner Sostradanje 15 000 Euro für 50 ehemalige sowjetische Kriegsgefangene als Geste der Anerkennung erlittenen Unrechts.
(April 2011) „Wir haben den Deutschen verziehen, um Menschlichkeit zu bewahren.“ Unter diesem Titel erscheint ein Hörbuch aus Briefen ehemaliger sowjetischer Kriegsgefangener an KONTAKTE-KOHTAKTbI.
2 CDs – 120 Minuten.
Sprecher: Kornelia Boje, Wolfram Grüsser, Eberhard Radczuweit.
Musik und Gesang: Jegor Vysotzky.
Ton und Technik: Miles Kann.
Zu bestellen unter info@kontakte-kontakty.de gegen eine Schutzgebühr von 5,90 € (incl. Versandkosten).

(März 2011) Am 1. März unterzeichneten in Moskau unser Mitarbeiter Dmitri Stratievski im Auftrag des KOHTAKTbI-Vorstands und Elisaveta Ustinova, Vorsitzende der gemeinnützigen Vereinigung SOSTRADANJE einen Vertrag über die Zusammenarbeit bei der Auszahlung deutscher Spenden an ehemalige sowjetische Kriegsgefangene in Russland.
Nachdem unser alter Vertragspartner, die staatliche russische Stiftung „Verständigung und Aussöhnung“ sich auflöste, waren unsere Solidaritätsleistungen in Russland blockiert. Wir erwarten nun die Fortsetzung des Engagements für vergessene NS-Opfer in Russland, der Vertrag mit SOSTRADANJE bietet dafür eine reale Grundlage. Die aufwändige Recherchearbeit, vormals die Aufgabe eines Mitarbeiters der staatlichen russischen Stiftung, wird nun von der neuen Partnerorganisation übernommen. Beauftragt wird künftig Alexandra Terenetzkaja, Mitarbeiterin bei Sostradanje, der wir hierfür eine monatliche Aufwandsentschädigung von 500 Euro zahlen. Die damit verbundene Erhöhung der Verwaltungskosten ist gerechtfertigt. Denn ohnedem könnten viele hundert noch lebende NS-Opfer kein Zeichen der Anerkennung erlittenen Unrechts aus Deutschland erhalten.
Bei dem anschließenden Meeting im Büro von Sostradanje waren außerdem anwesend eine Lehrerin unserer Moskauer Partnerschule, Leiterin unseres früheren Projekts „Schüler helfen NS-Opfern“, eine weitere Lehrerin, die von ihrer Schule aus sich mit beteiligen will und eine Überlebende des KZ Neuengamme, die als stellvertretende Vorsitzende des Moskauer NS- Opferverbandes unser Bürger-Engagement für vergessene NS-Opfer mit unterstützen will. Die neuen Moskauer Partner schlagen vor, in unsere Kontakte zu ehemaligen sow. Kriegsgefangenen die Jugendarbeit mit einzubeziehen.
Sostradanje ist aus der Bürgerrechtsbewegung MEMORIAL hervorgegangen. Sie leisten Sozialarbeit für Stalinopfer, medizinische Unterstützung für NS-Opfer. Sostradanje berät Soldatenmütter, gibt Rechtsberatung für russische Zivildienstleistende und ist Mitglied der Weltorganisation gegen Folter (OMCT).
(Januar 2011) Unser Moskauer Vertragspartner bei der Auszahlung von Spenden an ehemalige sowjetische Kriegsgefangene musste die Zusammenarbeit mit uns kündigen. Denn die russische Regierung verweigert die weitere Zahlung für Stiftungs-Mitarbeiter und Mietkosten. In Zusammenarbeit mit der russischen Stiftung „Verständigung und Aussöhnung“ konnten wir bisher 3102 ehemalige sowjetische Kriegsgefangene in der Russischen Föderation mit 930 600 Euro begünstigen. Diese privaten Spenden wurden den Empfängern in persönlichen Briefen als Gesten der Anerkennung erlittenen Unrechts erklärt.
Es leben noch viele Bürger Russlands, die als Kriegsgefangene in deutschem Gewahrsam unmenschlich behandelt worden waren und die wir bisher nicht erreichen können. Wir wissen, dass unser Engagement diesen Menschen und ihren Familien eine seelische Entlastung bedeutet. Indem die russische Regierung die weitere Existenz unserer Moskauer Partnerorganisation verhindert, missachtet sie die Schicksale von Opfern nationalsozialistischen Unrechts. Im 70. Jahr des deutschen Überfalls auf die Sowjetunion wird russischen Kriegsveteranen von der eigenen Regierung die Annahme einer Geste der Anerkennung aus Deutschland unmöglich gemacht. Wir protestieren!
(Januar 2011) Die Spendeneinnahmen im Dezember sind höher als in allen anderen Monaten zusammengenommen. Jetzt liegt das Sammelergebnis für Dezember 2010 vor: Zur Partnerschaft für leukämiekranke Kinder in Russland wurden 64 523 Euro gespendet. Darunter ist eine Zuwendung der Firma BAXTER Oncology über 20 000 €. Zum Bürger-Engagement für vergessene NS-Opfer wurden insgesamt 103 365,50 Euro gespendet.
Wir danken allen Spenderinnen und Spendern! Über die Spendenverwendung wird am Jahresende Bericht erstattet.
(Dezember 2010) Am 15. Dezember wurden folgende Mittel für ehemalige sowjetische Kriegsgefangene an unsere Partner in der Ukraine, in Armenien und Georgien überwiesen: 10 000 Euro in die Ukraine für medizinische Hilfe, auch mehrere benötigte Hörgeräte werden besorgt. Weitere 10 000 € werden in Kürze überwiesen.
20 000 Euro via Armenien, Verwendungszwecke: ärztlich verschriebene Medikamente, Heizmittel, patenschaftliche Hilfe, Unterstützung des armenischen Vereins der rehabilitierten Gefangenen des II. Weltkrieges. 2700 Euro für von unseren georgischen Partnern ermittelte neun ehemalige Kriegsgefangene, die NS-Zwangsarbeiter waren.
(November 2010) Auch aus Georgien kommen Notrufe von ehemaligen sowjetischen Kriegsgefangenen, die sich keine Heizmittelvorräte für den Winter leisten können. Bevor durch Schneefälle die Pisten zu entlegenen Bergdörfern unpassierbar sind, werden wir mit unseren georgischen Partnern helfen: Am 24. November überwiesen wir 7500 Euro für 35 Hilfsbedürftige zum Kauf von Propangas, Heizöl und Brennholz.
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(November 2010) Am 10. November wurden folgende Spendenmittel in den Kaukasus überwiesen: 4500 € erhielten 15 ehemalige sow. Kriegsgefangene in Georgien, deren Dokumente zuvor geprüft worden waren. 9400 € wurden nach Armenien als Nothilfe für bedürftige NS-Opfer geschickt , die sich davon einen Vorrat an Brennholz für den Winter kaufen werden. 600 € erhalten zwei ehemalige sow. Kriegsgefangene, die unsere armenischen Partner in Berg Karabach „entdeckt“ haben.

Boston / USA, Oktober 2010, Kongress der Internationalen Gesellschaft der Kinderonkologen (SIOP),
Prof. Dr. Alexander Karachunsky (Moskau) und Prof. Dr. Günter Henze (Berlin) vor dem Poster mit der Darstellung der Therapiephase ALL-MB 2002
Beide Mitglieder des Beirats von KONTAKTE-KOHTAKTbI e.V. sind Autoren des Therapieprogramms „Moskau-Berlin-Protokoll“ (MB), nach dem in 20 Jahren mit zunehmendem Erfolg bisher rund 4500 Kinder in Russland und Belarus behandelt worden sind, die an der häufigsten Krebserkrankung im Kindesalter leiden: Akute lymphoblastische Leukämie (ALL). Für seine Darstellung wurde Karachunsky mit dem 1. Preis des SIOP-Kongresses geehrt.
Foto: Dr. med. Konstantin Kondratchik.
(November 2010) Zur Finanzierung der multizentrischen Studiengruppe ALL-MB 2008 und ihrer Jahreskonferenz werden Professor A. Karachunsky am 8. November 30 000 Euro übergeben. Wir danken Baxter Deutschland GmbH für eine Spende von 20 000 Euro zugunsten der Partnerschaft für leukämiekranke Kinder.

Elvira mit ihrer zweijährigen Tochter Diana, die an ALL (akute lymphoblastische Leukämie) leidet. Diana ist eine der ersten Patienten im Kinderkrebs-Zentrum der kaukasischen Republik Kabardino-Balkarien, die nach dem „Moskau-Berlin-Protokoll“ behandelt werden.
Bericht von Florian Stache hier
(Oktober 2010) Am 13. Oktober übergaben wir unserem Partner Prof. Dr. med. Alexander Karachunsky (Moskau) 20 000 € für die Deckung der laufenden Kosten des Therapieprogramms „ALL-MB 2008“. Karachunsky berichtet, dass in der unter seiner Leitung arbeitenden multizentrischen MB-Studiengruppe (Ärztinnen und Ärzte aus 47 Kinderkliniken Russlands, in Belarus und Usbekistan) seit zwei Jahren insgesamt 1243 Leukämiepatienten behandelt wurden, von denen bis heute 78 starben und 30 Kinder ein Rezidiv erlitten. Jedoch können erst nach fünfjähriger Beobachtungszeit diese bisher besten Therapieergebnisse sicher bestätigt werden.
Spenden für leukämiekranke Kinder.
(Oktober 2010) Am 7. Oktober überwiesen wir 20 000 € in die Ukraine. Begünstigt werden ehemalige Kriegsgefangene / Zwangsarbeiter, die bereits eine Einmal-Spende von 300 € erhalten haben und deren aktuelle Notlage dokumentiert ist. Mit der ukrainischen Stiftung „Verständigung und Aussöhnung“ wurden vertraglich Kriterien für die Begünstigungen vereinbart. Neben medizinischer Hilfe kommen auch andere Notfälle in Betracht. So erhält der 89jährige Iwan Olejnik eine Nothilfe, dessen Holzhäuschen mit allem Inventar verbrannt ist.
(Oktober 2010) Am 6. Oktober überwiesen wir 5100 € nach Georgien für zwei frühere Sanitäterinnen der Roten Armee, die drei Jahre in deutscher Kriegsgefangenschaft waren und 15 ehemalige Kriegsgefangene, die nachweislich Zwangsarbeiter gewesen sind.
(September 2010) Am 13. September übermittelten wir im Rahmen des Bürger-Engagements für vergessene NS-Opfer der Ukrainischen Assoziation der jüdischen Ghetto- und KZ-Überlebenden 5000 € für ihre bedürftigen Mitglieder, die keine „Wiedergutmachung“ der Bundesrepublik Deutschland erhielten.
(September 2010) Am 7. September überwiesen wir Spenden von 120 000 Euro auf das Konto unseres Moskauer Vertragspartners, der Stiftung „Verständigung und Aussöhnung“ für 400 ehemalige Kriegsgefangene, die NS-Zwangsarbeiter waren. Alle Spendenempfänger werden von uns angeschrieben. Über die Umstände dieser Spendenvergabe informiert der neue KOHTAKTbI-Rundbrief.
(September 2010) Im August wurde Spendengeld für folgende Zwecke verschickt: Kinderleukämie - Professor Alexander Karachunskij (Moskau) erhielt für die laufenden Kosten des ALL-MB-Therapieprogramms 3000 Euro. Für „vergessene“ NS-Opfer -- Nach Georgien schickten wir 4200 Euro für 14 ehemalige Kriegsgefangene, die nachweislich NS-Zwangsarbeiter waren. In Eriwan übergab die KOHTAKTbI-Mitarbeiterin Valerie Engler dem Vorsitzenden des armenischen Vereins der rehabilitierten Gefangenen des II. Weltkrieges 3000 Euro zur Weitergabe an bedürftige Mitglieder seines Vereins.

Bei der Spendenübergabe in Eriwan / Armenien (von links): Prof. Dr. Aschot Hayruni, Seda Margarjan, Valerie Engler, Hamjak Margarjan (sitzend), Mels Margarjan (Vorsitzender des Vereins) und sein Sohn, Wardan Sargsjan
Die bei einem Unwetter beschädigte Wohnhütte des Ehepaars Seda und Hamjak wurde aus Spendengeld repariert.
Bericht von Valerie Engler.

Seit November 2009 konnten keine Spenden mehr nach Russland überwiesen werden, weil die Zustimmung der für humanitäre ausländische Leistungen zuständigen Moskauer Regierungskommission fehlte. Nach Medienprotesten wurde am 30. August die Genehmigung für die Überweisung von 120 000 Euro erteilt. Nun können wir 400 ehemalige sowjetische Kriegsgefangene in folgenden Regionen begünstigen: Altai-Gebiet, Gebiet Archangelsk, Gebiet Astrachan, Republik Dagestan, Gebiet Kamerow, Gebiet Krasnojarsk, Republik Marj-El, Republik Mordowien, Uljanowsk, Republik Tschuwaschija.
(Juli 2010) Der armenische Junge Ajk Oganesjan wurde mit akuter lymphoblastischer Leukämie (ALL) in unsere erste russische Partnerstation aufgenommen, dem onko-hämatologischen Zentrum im Republiks-Kinderkrankenhaus / Moskau. Er wird nach dem von uns geförderten Moskau-Berlin-Protokoll „ALL-MB 2008“ behandelt und hat die Induktionstherapie beendet. Am 13. Juli besorgten wir ihm aus Spendenmitteln ein wichtiges Medikament, das derzeit in Russland nicht verfügbar ist.

Die Partnerschaft für leukämiekranke Kinder in Russland, Belarus und Usbekistan benötigt dringend finanzielle Hilfsmittel. Wir bitten um Spenden.
(Juli 2010) Ein Notruf des armenischen Vereins der rehabilitierten Gefangenen des II. Weltkrieges veranlasste uns am 5. Juli zur Überweisung vom 5000 Euro für 28 Mitglieder unserer Partnerorganisation, die kein Geld für dringend benötigte Medikamente haben.
Unser Partner für leukämiekranke Kinder, Prof. Dr. Alexander Karachunskiy, kam von Tscheljabinsk (Ural, Westsibirien), einem ökologischen Katastrophengebiet, nach Berlin. Seine mitgebrachten Briefe und Fotos aus der dortigen Partnerklinik stehen hier. Karachunskiy erhielt 6000 Euro für die Weiterführung der von uns geförderten ALL-MB-Therapie.
(Juni 2010) Am 22. Juni überwiesen wir wieder 4200 Euro nach Georgien. Vorausgegangen war die Meldung unseres georgischen Partners Nugsar Anguladse über 14 neu ermittelte ehemalige sowjetische Kriegsgefangene, die ihre Dokumente über geleistete Zwangsarbeit prüfen ließen. Jeder von ihnen erhält 300 Euro und einen Brief in russischer Sprache, in dem die Spende als Geste der Anerkennung des erlittenen Unrechts erklärt wird. Aus den erhaltenen Unterlagen geht hervor, dass acht von ihnen nach dem Krieg für mehrere Jahre nach Nordrussland verbannt worden waren.
(Juni 2010) Am 3. Juni erhielt Prof. Dr. med. A. Karachunskiy, Leiter der von uns geförderten multizentrischen Studiengruppe ALL-MB 2008, zur Therapiehilfe für leukämiekranke Kinder 5000 Euro. Am 9. Juni wurden 5000 Euro auf das Konto des armenischen Vereins der rehabilitierten Gefangenen des Zweiten Weltkrieges überwiesen. Die Spende wird mehrheitlich als Nothilfe für drei ehemalige Kriegsgefangene verwendet, deren Wohnhütten durch ein Unwetter stark beschädigt wurden.

Der 90jährige Armenier Walasch Gasparjan überlebte als Zwangsarbeiter die vierjährige Kriegsgefangenschaft. Er zählt zu sieben ehemaligen sowjetischen Kriegsgefangenen, die sich im Mai 2010 bei unserer Partnerorganisation in Eriwan meldeten und von uns 300 Euro als Geste der Anerkennung erlittenen Unrechts erhielten. Gleichzeitig wurden Spenden als Nothilfen an 31 weitere ehemalige Kriegsgefangene in Armenien ausgezahlt. Kaum einer ist jünger als 90 Jahre.
(Mai 2010) Am 31. Mai wurden 5000 Euro auf das Konto unserer georgischen Partnerorganisation überwiesen (Ukrainisch-Georgische Freundschaftsgesellschaft). Davon werden für 16 ehemalige sowjetische Kriegsgefangene folgende Leistungen finanziert: Medikamente, 3 Hörgeräte, 1 Rollstuhl sowie Baumaterial für zwei Personen, deren Häuser durch einen Erdrutsch schwer beschädigt wurden. Diese Spendenempfänger hatten zuvor schon Einmalspenden von je 300 Euro erhalten. Ihre außerordentliche Bedürftigkeit veranlasst uns zu dieser besonderen Zuwendung.
(Mai 2010) Am 10. Mai übergab ein KOHTAKTbI-Mitarbeiter in Kiew 5000 Euro an die Ukrainische Assoziation der jüdischen Ghetto- und KZ-Überlebenden. Diese Spende des Bürger-Engagements für vergessene NS-Opfer kommt jenen Mitgliedern der Assoziation zugute, die während der deutschen Besatzungszeit im Versteck überlebten. Sie erhielten keine Leistungen aus dem Fond der Bundesstiftung EVZ.
(Mai 2010) Seit 7 Jahren engagieren wir uns um die Anerkennung des Unrechts, unter dem ehemalige sowjetische Kriegsgefangene bis heute leiden. Die Bundesrepublik Deutschland bescheinigt ihnen, nur „allgemeines Kriegsschicksal“ erlitten zu haben, und dem deutschen Gesetzgeber gelten sie als „nicht leistungsberechtigt“.
Die SPD-Fraktion folgte jetzt einer Anregung von Wolfgang Thierse und gab ein Gutachten des Wissenschaftlichen Dienstes des Bundestages über die Haftbedingungen sowjetischer Kriegsgefangener in Auftrag.
Lesen sie hierzu einen Artikel in der Süddeutschen Zeitung vom 8. Mai 2010.
Eine gut besuchte Benefiz-Lesung aus Briefen ehemaliger sowjetischer Kriegsgefangener am 7. Mai im Schöneberger Rathaus erbrachte 1193,20 Euro, die jetzt ehemaligen Kriegsgefangenen in Georgien überwiesen werden, deren extreme soziale Not uns bekannt ist. (E. Radczuweit)
(Mai 2010) Anfang Mai wurde der Appell des Bürger-Engagements für vergessene NS-Opfer verteilt. Darauf folgten erste Spendeneingänge, die bereits am 6. Mai an unsere Partner in Georgien und Armenien überwiesen wurden: für 13 ehemalige Kriegsgefangene in Georgien insgesamt 3900 Euro.
Auf das Konto des armenischen Vereins der rehabilitierten Gefangenen des II. Weltkrieges gingen 3500 Euro für besondere Hilfsmaßnahmen zugunsten bedürftiger Mitglieder und 1500 Euro an 5 neue Mitglieder dieses Vereins, deren Zwangsarbeit als NS-Kriegsgefangene bestätigt worden sind.
Weitere Spendeneingänge sind für eine 60 000-Euro-Tranche nach Russland bestimmt, die 200 ehemaligen sowjetischen Kriegsgefangenen zugute kommen sollen.
Der „Berliner Appell“ im vollen Wortlaut.
(April 2010) Unser Partner Prof. Dr. med. Alexander Karachunskiy sandte aus Moskau eine Kurve, die Fachleute begeistert.

Das Bild zeigt Ergebnisse, die bei der Behandlung von insgesamt 3518 Kindern mit einer akuten lymphoblastischen Leukämie in Russland erreicht worden sind. Die Behandlung erfolgte im Rahmen von so genannten multizentrischen Therapieoptimierungsstudien; dies bedeutet, dass Kinder in zahlreichen Kliniken nach einem festgelegten und von den behandelnden Ärzten abgestimmten Behandlungsplan behandelt wurden.
Die erste dieser kooperativen Studien begann vor 15 Jahren (die beiden unteren, längsten Kurven). Hier wurden zwei unterschiedliche Behandlungen (ALL-MB 91 und ALL BFM 90m) miteinander verglichen, und es wurde ein identisches Ergebnis erzielt: nach 15 Jahren sind 67% der Kinder von ihrer Leukämie geheilt.
An der nächsten Studie (ALL-MB 2002) nahmen noch mehr Kliniken teil, so dass in einem Zeitraum von etwa 6 Jahren 1546 Patienten in die Studie aufgenommen werden konnten. Das Ergebnis liegt nach fast 8-jähriger Beobachtungszeit bei 72%, also besser als das der vorhergehenden Studie.
Gegenwärtig läuft eine neue Studie (ALL-MB 2008), die entsprechend den Ergebnissen der vorhergehenden mit dem Ziel einer weiteren Verbesserung verändert wurde (Therapieoptimierung). Sie begann im Jahre 2008 und hat daher noch eine kurze Laufzeit. Dennoch sind in den wenigen Jahren bereits 1022 Patienten aufgenommen worden, weil inzwischen über 40 Kliniken in ganz Russland und Weißrussland teilnehmen. Ein Langzeitergebnis ist daher noch nicht ablesbar. Erkennbar ist aber bereits, dass es mit Sicherheit erneut zu einer Verbesserung kommen wird, denn in den ersten Jahren liegt die Kurve deutlich über denen der früheren Studien.
Insgesamt zeigen diese Ergebnisse, das die Überlebenswahrscheinlichkeit der Kinder mit einer Leukämie in Russland gegenwärtig zwischen 70 und 80% liegt. Vor dem Beginn unserer Zusammenarbeit betrug die Heilungsrate weniger als 15%.
Prof. Dr. med. Dr. h.c. Günter Henze
Mitglied des KOHTAKTbI-Beirats
(April 2010) Am 6. April überwiesen wir 10 000 Euro in die Ukraine, Verwendungszweck: medizinische Hilfe für NS-Opfer.
KONTAKTE-KOHTAKTbI hat bereits allen in der Ukraine lebenden ehemaligen sowjetischen Kriegsgefangenen, deren Anträge auf „Zwangsarbeiterentschädigung“ abgelehnt worden waren, Einmalspenden als Geste der Anerkennung erlittenen Unrechts übermittelt. Aufgrund von Meldungen über die mangelnde medizinische Versorgung der alten Leute hatten wir am 1. Oktober 2008 einen Vertrag mit der Internationale Vereinigung „Verständigun“ über 20 000 Euro geschlossen, um bei medizinischen Notfällen helfen zu können. Die Stiftung schickte jetzt ihren Rechenschaftsbericht über die Mittelverwendung. Demzufolge erhielten ehemalige sowjetische Kriegsgefangene aus 24 ukrainischen Regionen medizinische Leistungen. Wir stellen fest, dass die Stiftung sparsam und effektiv die Spenden verwendete. Deshalb wurde eine neue Tranche über 10 000 € vereinbart. Es werden davon Medikamente nach Vorlage ärztlicher Rezepte gekauft und notwendige medizinische Hilfsmittel, die den Begünstigten sonst nicht zur Verfügung stünden.
(März 2010) Am 30. und 31. März wurden von den Spendenkonten „Leukämiehilfe“ und „Kriegsgefangene“ folgende Summen abgebucht:
8120 Euro wurden dem Moskauer Kinderonkologen Professor Alexander Karachunskiy bei seinem Berlinbesuch übergeben. Das Geld ist die II. Jahresrate für die von ihm geführte „MB-Studienzentrale“ in Moskau, wo laufend die Patientendaten aus 40 russischen, belarussischen Zentren und einem usbekischen Kinderkrebs-Zentrum ausgewertet und alle teilnehmenden Kliniken beraten werden. Auch Personalbeihilfen für ehrenamtlich tätige Laborärztinnen am russischen Republiks-Kinderkrankenhaus sind Verwendungszweck, die Laborproben der im Rahmen des „Moskau-Berlin-Protokolls“ behandelten Patienten untersuchen.
4200 Euro wurden nach Georgien für 14 ehemalige sowjetische Kriegsgefangene überwiesen, deren Angaben und Dokumente von uns geprüft wurden. Der Älteste ist 97 Jahre alt, der Jüngste unter ihnen ist 86 Jahre alt. Unser georgischer Partner Nugsar Anguladze berichtet laufend über die Not von Menschen, für die wir jetzt Patenschaften vermitteln möchten. Ein Beispiel: „Lado Gwischiani, geb. 1925, erhielt von Kontakte-KOHTAKTbI eine einmalige humanitäre Hilfe. Herr Gwischiani lebt im Dorf Orbeli im Bezirk Zageri. Das Haus, in dem der alte, verarmte Mann mit seiner Frau lebt, wurde von einem Erdrutsch im Jahr 1998 stark in Mitleidenschaft gezogen. Das Gebäude wurde fast vollständig zerstört. Das einsame Ehepaar lebt im einzigen Zimmer, das noch heil ist. Lado Gwischiani ist ans Bett gefesselt, kann sich nicht fortbewegen und ist ganz auf die Hilfe seiner Frau angewiesen. Er braucht dringend finanzielle Unterstützung für Medikamente und zum Erwerb von einfachen Geräten für den Haushalt.“
Wer für Not leidende NS-Opfer in Georgien und Armenien eine Patenschaft übernehmen will, soll sich melden bei Eberhard Radczuweit unter info@kontakte-kontakty.de.

Unsere armenischen Partner vom Verein der rehabilitierten Gefangenen des Zweiten Weltkrieges haben jetzt einen Fotoapparat gekauft, um die Spendenübergaben zu dokumentieren. Zwei mit jeweils 300 Euro im März 2010 begünstigte Mitglieder dieses Vereins: der 87jährige Andranig Lasarjan (links) und der 88jährige Wanig Geworkjan mit seiner Frau Olja Geworkjan.
(März 2010) Unter der Leitung der jungen Chefärztin Sapura Ibragimowa ist die Pädiatrisch-Onkologische Station des Hämatologischen Instituts in Taschkent jüngstes Mitglied der multizentrischen MB-Studiengruppe.
Usbekistan ist ein Entwicklungsland. Von den 27,7 Mio. Einwohnern sind die Hälfte Kinder unter 15 Jahren. Von diesen erkranken jährlich 300 an akuter lymphoblastischer Leukämie (ALL).
Weil in Usbekistan nicht genügend Zytostatika und Medikamente für die Supportivtherapie zur Verfügung stehen, ist dort das Moskau-Berlin-Protokoll besonders willkommen. In geringerem Maße als in westlichen Therapieprotokollen werden teure und toxische Zytostatika mit ihren schwer kontrollierbaren Nebenwirkungen bei gleichen Behandlungserfolgen eingesetzt.

Mutter mit ALL-Patientin in der Taschkenter Kinderkrebs-Station. Die vierjährige Muslima wird jetzt nach dem Moskau-Berlin-Protokoll behandelt.

Der Studienleiter Prof. Dr. Alexander Karachunskiy, Beiratsmitglied von KONTAKTE-KOHTAKTbI, auf der neuen Partnerstation im Kreis seiner Kolleginnen, Krankenschwestern, Patienten und deren Mütter und Großmütter, Januar 2010.
(März 2010) Am 8. März überwiesen wir 4600 Euro auf das Konto des armenischen Vereins der rehabilitierten Gefangenen des II. Weltkrieges. Davon sind 1140 Euro von zweckgebundenen Dauerüberweisungen, die quartalsweise ausgezahlt werden. Der Rest entfällt auf Zuwendungen für 11 neue Mitglieder unserer Partnerorganisation in Eriwan, deren Kriegsgefangenschaft und Zwangsarbeit nachgewiesen wurden.
Wegen geringer Spendeneinnahmen konnte die Bitte um Nothilfen an bedürftige Mitglieder des armenischen Vereins nicht erfüllt werden. (Das Spendenkennwort an ehemalige armenisch-sowjetische Kriegsgefangene lautet „Armenienhilfe“)
(Februar 2010) Mit Unterstützung der Landeszentrale für politische Bildungsarbeit Berlin gibt KONTAKTE-KOHTAKTbI diese Broschüre heraus mit Berichten über Begegnungen mit ehemaligen sowjetischen Kriegsgefangenen in Belarus.
Titelbild: Der ehemalige Zwangsarbeiter Alexej Berdnikowitsch zeigt den Gästen aus Deutschland das Grabmal der 220 ermordeten Einwohner des Dorfes Pisarewitsch.
Die Broschüre kann bestellt werden bei suchan-floss@kontakte-kontakty.de.

(Februar 2010) Am 15. Februar überwiesen wir 4500 Euro für 15 ehemalige Sowjetsoldaten nach Georgien, die als Gefangene der Wehrmacht Zwangsarbeit geleistet hatten. Sie meldeten sich in den letzten Wochen mit ihren Dokumenten bei unseren georgischen Partnern. Ihre Unterlagen wurden von uns geprüft, darunter sind auch alte KGB-Bescheinigungen über ihre Haftzeit. Der Älteste ist 97 Jahre, der Jüngste 86 Jahre alt. Zwei von ihnen waren unter Stalin in die Tundra nach Komi verbannt worden, einer für 8 Jahre, der andere für 6 Jahre.
(Februar 2010) Im Dezember 2005 überreichte Eberhard Radczuweit in Eriwan dem Ehepaar Pharamusjan eine Geldspende. Der blinde Herr Aremak Pharemusjan überlebte die Kriegsgefangenschaft in den „Russenlagern“ der Wehrmacht mit schweren Gesundheitsschäden. Fünf Jahre später, im Januar 2010 erhielt er von KOHTAKTbI die letzte Spende.

(Januar 2010) Am 12. Januar überwiesen wir 5000 Euro auf das Konto unserer armenischen Partner vom Verein der rehabilitierten Gefangenen des II. Weltkrieges. Mehrheitlich handelt es sich um die quartalsweise Übermittlung monatlicher Dauerüberweisungen von Förderinnen, die Patenschaften übernommen haben. Ein KOHTAKTbI-Mitglied spendet monatlich 300 Euro für die Verwaltungskosten unserer Partnerorganisation in Eriwan, deren Mitarbeiter/innen ausschließlich ehrenamtlich tätig sind.
(Januar 2010) Am 11. Januar überwiesen wir die erste Spenden-Tranche des Jahres nach Georgien. Mit jeweils 300 Euro als Geste der Anerkennung erlittenen Unrechts werden dort wieder 16 ehemalige Kriegsgefangene der Wehrmacht begünstigt. Als Beweis ihrer Empfangsberechtigung dienen ihre Soldbücher und diverse Bescheinigungen.
Zu den Spendenempfängern zählen beispielsweise Konstantin Karzhija, der zwar der Georgischen Legion beigetreten war, um den Sterbelagern der Wehrmacht zu entgehen, aber von uns nicht als Kollaborateur eingestuft wird: Er floh auf der holländischen Insel Texel von seiner Einheit und schlug sich zu den Partisanen der französischen Résistance durch. Frau Warwara A. Ninikelaschwili wurde als Sanitäterin gefangen genommen, ihr gelang die Flucht zu ukrainischen Partisanen, wo sie wieder als Sanitäterin aktiv war.
Unser georgischer Partner bemüht sich um die persönliche Spendenübergabe trotz schwierigster Witterungsverhältnisse. Viele Ortschaften in den kaukasischen Bergen sind nach starken Schneefällen von der Außenwelt isoliert.

Linkes Bild: Dmitrij Elbakidze, 98 Jahre alt, und seine Frau nehmen die Spende an
Rechtes Bild: Giguza Darbaidze, 97 Jahre alt, in seiner Wohnung.
(Januar 2010) Der Links-Verlag ließ die Preisbindung aufheben für unseren 2007 herausgegebenen Band „Ich werde es nie vergessen – Briefe sowjetischer Kriegsgefangener“. Das Buch, 270 Seiten, kann jetzt für 9,90 Euro bestellt werden über info@kontakte-kontakty.de.
(Januar 2010) Seit der Gründung des Vereins KONTAKTE-KOHTAKTbI e.V. vor 20 Jahren unterstützen wir die Entwicklung einer effektiven Therapie für leukämiekranke Kinder in Belarus und Russland. Im vergangenen Jahr konnten dafür insgesamt 114 000 Euro aus unserem Spendenaufkommen zur Verfügung gestellt werden.
Seit dem Jahr 2004 rufen wir auf zum Bürger-Engagement für vergessene NS-Opfer im Osten. Wir begünstigen NS-Geschädigte – vorwiegend ehemalige sowjetische Kriegsgefangene –, die von der Bundesrepublik Deutschland und der deutschen Wirtschaft keine Leistungen erhielten. 2009 wurden 308 000 Euro als „Geste der Anerkennung erlittenen Unrechts“ übermittelt.
Auch in diesem Jahr stehen beide Projekte im Mittelpunkt der Vereinsarbeit.
Spendenkonto:
Kontakte-Kontakty, Konto-Nr. 306 55 99 006, Berliner Volksbank, BLZ 100 900 00
| Kennwörter: | „Kinderleukämie“ |
| „Kriegsgefangene“ – „Bürger-Engagement“ – „Armenienhilfe“ |
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