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KONTAKTE-KOHTAKTbI
Verein für Kontakte zu Ländern der ehemaligen Sowjetunion.
(März 2010) Unter der Leitung der jungen Chefärztin Sapura Ibragimowa ist die Pädiatrisch-Onkologische Station des Hämatologischen Instituts in Taschkent jüngstes Mitglied der multizentrischen MB-Studiengruppe.
Usbekistan ist ein Entwicklungsland. Von den 27,7 Mio. Einwohnern sind die Hälfte Kinder unter 15 Jahren. Von diesen erkranken jährlich 300 an akuter lymphoblastischer Leukämie (ALL).
Weil in Usbekistan nicht genügend Zytostatika und Medikamente für die Supportivtherapie zur Verfügung stehen, ist dort das Moskau-Berlin-Protokoll besonders willkommen. In geringerem Maße als in westlichen Therapieprotokollen werden teure und toxische Zytostatika mit ihren schwer kontrollierbaren Nebenwirkungen bei gleichen Behandlungserfolgen eingesetzt.

Mutter mit ALL-Patientin in der Taschkenter Kinderkrebs-Station. Die vierjährige Muslima wird jetzt nach dem Moskau-Berlin-Protokoll behandelt.

Der Studienleiter Prof. Dr. Alexander Karachunskiy, Beiratsmitglied von KONTAKTE-KOHTAKTbI, auf der neuen Partnerstation im Kreis seiner Kolleginnen, Krankenschwestern, Patienten und deren Mütter und Großmütter, Januar 2010.
(März 2010) Am 8. März überwiesen wir 4600 Euro auf das Konto des armenischen Vereins der rehabilitierten Gefangenen des II. Weltkrieges. Davon sind 1140 Euro von zweckgebundenen Dauerüberweisungen, die quartalsweise ausgezahlt werden. Der Rest entfällt auf Zuwendungen für 11 neue Mitglieder unserer Partnerorganisation in Eriwan, deren Kriegsgefangenschaft und Zwangsarbeit nachgewiesen wurden.
Wegen geringer Spendeneinnahmen konnte die Bitte um Nothilfen an bedürftige Mitglieder des armenischen Vereins nicht erfüllt werden. (Das Spendenkennwort an ehemalige armenisch-sowjetische Kriegsgefangene lautet „Armenienhilfe“)
(Februar 2010) Mit Unterstützung der Landeszentrale für politische Bildungsarbeit Berlin gibt KONTAKTE-KOHTAKTbI diese Broschüre heraus mit Berichten über Begegnungen mit ehemaligen sowjetischen Kriegsgefangenen in Belarus.
Titelbild: Der ehemalige Zwangsarbeiter Alexej Berdnikowitsch zeigt den Gästen aus Deutschland das Grabmal der 220 ermordeten Einwohner des Dorfes Pisarewitsch.
Die Broschüre kann bestellt werden bei suchan-floss@kontakte-kontakty.de.

(Februar 2010) Am 15. Februar überwiesen wir 4500 Euro für 15 ehemalige Sowjetsoldaten nach Georgien, die als Gefangene der Wehrmacht Zwangsarbeit geleistet hatten. Sie meldeten sich in den letzten Wochen mit ihren Dokumenten bei unseren georgischen Partnern. Ihre Unterlagen wurden von uns geprüft, darunter sind auch alte KGB-Bescheinigungen über ihre Haftzeit. Der Älteste ist 97 Jahre, der Jüngste 86 Jahre alt. Zwei von ihnen waren unter Stalin in die Tundra nach Komi verbannt worden, einer für 8 Jahre, der andere für 6 Jahre.
(Februar 2010) Im Dezember 2005 überreichte Eberhard Radczuweit in Eriwan dem Ehepaar Pharamusjan eine Geldspende. Der blinde Herr Aremak Pharemusjan überlebte die Kriegsgefangenschaft in den „Russenlagern“ der Wehrmacht mit schweren Gesundheitsschäden. Fünf Jahre später, im Januar 2010 erhielt er von KOHTAKTbI die letzte Spende.

(Januar 2010) Am 12. Januar überwiesen wir 5000 Euro auf das Konto unserer armenischen Partner vom Verein der rehabilitierten Gefangenen des II. Weltkrieges. Mehrheitlich handelt es sich um die quartalsweise Übermittlung monatlicher Dauerüberweisungen von Förderinnen, die Patenschaften übernommen haben. Ein KOHTAKTbI-Mitglied spendet monatlich 300 Euro für die Verwaltungskosten unserer Partnerorganisation in Eriwan, deren Mitarbeiter/innen ausschließlich ehrenamtlich tätig sind.
(Januar 2010) Am 11. Januar überwiesen wir die erste Spenden-Tranche des Jahres nach Georgien. Mit jeweils 300 Euro als Geste der Anerkennung erlittenen Unrechts werden dort wieder 16 ehemalige Kriegsgefangene der Wehrmacht begünstigt. Als Beweis ihrer Empfangsberechtigung dienen ihre Soldbücher und diverse Bescheinigungen.
Zu den Spendenempfängern zählen beispielsweise Konstantin Karzhija, der zwar der Georgischen Legion beigetreten war, um den Sterbelagern der Wehrmacht zu entgehen, aber von uns nicht als Kollaborateur eingestuft wird: Er floh auf der holländischen Insel Texel von seiner Einheit und schlug sich zu den Partisanen der französischen Résistance durch. Frau Warwara A. Ninikelaschwili wurde als Sanitäterin gefangen genommen, ihr gelang die Flucht zu ukrainischen Partisanen, wo sie wieder als Sanitäterin aktiv war.
Unser georgischer Partner bemüht sich um die persönliche Spendenübergabe trotz schwierigster Witterungsverhältnisse. Viele Ortschaften in den kaukasischen Bergen sind nach starken Schneefällen von der Außenwelt isoliert.

Linkes Bild: Dmitrij Elbakidze, 98 Jahre alt, und seine Frau nehmen die Spende an
Rechtes Bild: Giguza Darbaidze, 97 Jahre alt, in seiner Wohnung.
(Januar 2010) Der Links-Verlag ließ die Preisbindung aufheben für unseren 2007 herausgegebenen Band „Ich werde es nie vergessen – Briefe sowjetischer Kriegsgefangener“. Das Buch, 270 Seiten, kann jetzt für 9,90 Euro bestellt werden über info@kontakte-kontakty.de.
(Januar 2010) Seit der Gründung des Vereins KONTAKTE-KOHTAKTbI e.V. vor 20 Jahren unterstützen wir die Entwicklung einer effektiven Therapie für leukämiekranke Kinder in Belarus und Russland. Im vergangenen Jahr konnten dafür insgesamt 114 000 Euro aus unserem Spendenaufkommen zur Verfügung gestellt werden.
Seit dem Jahr 2004 rufen wir auf zum Bürger-Engagement für vergessene NS-Opfer im Osten. Wir begünstigen NS-Geschädigte – vorwiegend ehemalige sowjetische Kriegsgefangene –, die von der Bundesrepublik Deutschland und der deutschen Wirtschaft keine Leistungen erhielten. 2009 wurden 308 000 Euro als „Geste der Anerkennung erlittenen Unrechts“ übermittelt.
Auch in diesem Jahr stehen beide Projekte im Mittelpunkt der Vereinsarbeit.
Spendenkonto: Berliner Volksbank,
BLZ 100 900 00,
(für Überweisungen aus dem Ausland:
IBAN: DE48 1009 0000 3065 5990 06,
BIC: BEVODEBB),
Kontonummer 306 55 99 006
| Kennwörter: | „Kinderleukämie“ |
| „Kriegsgefangene“ – „Bürger-Engagement“ – „Armenienhilfe“ |
(Dezember 2009) Die Spenden werden nach Kennwörtern den entsprechenden Verwendungszwecken zugeführt.
Insgesamt wurden an zwei Tagen für die Vereinsprojekte in Ländern der ehemaligen Sowjetunion 21 800 Euro übermittelt.
(Dezember 2009) Vom 1. bis 6. Dezember hatten wir 20 ehemalige (zivile) Zwangsarbeiterinnen und Zwangsarbeiter sowie in Deutschland geborene Kinder von Zwangsarbeiterinnen aus der Ukraine nach Berlin eingeladen. Es sind ehrenamtlich tätige Mitglieder des größten ukrainischen NS-Opferverbandes. Ihr gesellschaftspolitisches Engagement richtet sich vor allem an die ukrainische Jugend, wo sie als Zeitzeugen für Geschichtsaufklärung und Friedensarbeit wirken.
Auf Vermittlung von ver.di waren sie zugleich Gäste der IG Metall. In der IG Metall Bildungsstätte Berlin Pichelssee gab es Diskussionen mit Gewerkschaftlern. Im Berliner Oberstufenzentrum Metalltechnik fanden sie unter den Schülerinnen und Schülern sehr interessierte Gesprächspartner. Nachdem sich die Zahl der unmittelbar vom NS-Terror betroffenen Generation verringert und immer weniger Zeitzeugen eingeladen werden können, kommt nun die Folgegeneration zu Wort, die Kinder der NS-Opfer.
KONTAKTE-KOHTAKTbI e.V. dankt der Stiftung „Erinnerung, Verantwortung und Zukunft“, dem Auswärtigen Amt und der IG Metall für die Unterstützung.
(November 2009) Am 20. November 2009 fand in Moskau die zweite Jahrestagung der MB-Studiengruppe statt. Aus Berlin beteiligten sich Dr. med. Arend von Stackelberg und Prof. Dr. med. Günter Henze (Pädiatrische Onkologie / Hämatologie, Charité). KONTAKTE-KOHTAKTbI übernahm die Reisekosten für teilnehmende Ärztinnen und Ärzte aus Belarus, Usbekistan, Wladiwostok und Jekaterinburg (5500 €). Als international beachtenswert gelten die auf der Tagung präsentierten Daten zur Verringerung eines wichtigen Bestandteils der Chemotherapie – Asparaginase – bei gleichbleibender Wirkung. Die Reduzierung toxischer Wirkstoffe zählt zu den Merkmalen der MB-Therapie.
Nach Einschätzung von Stackelberg stellt sich die MB-Studiengruppe als „aktive und ausgesprochen kooperative Gemeinschaft dar, die durch konsequente Optimierung der Therapie inzwischen in der Lage ist, den größten Teil der leukämiekranken Kinder in Russland zu heilen.“ Ohne die andauernde Unterstützung durch Spenden wäre diese unabhängige Ärztegruppe aus 40 onko-hämatologischen Zentren in Russland und Belarus nicht existenzfähig!
Der vollständige Bericht über die Tagung
(November 2009) Am 25. November überwiesen wir nach Russland 60 000 Euro für 200 ehemalige sowjetische Kriegsgefangene. Die Auswahl trafen wir nach regionalen Adresslisten unseres Vertragspartners, der russischen Stiftung „Verständigung und Aussöhnung“. Bei der Feststellung der Spendenempfänger erwies sich eine hohe Sterberate.
Für die abgabenfreie Auszahlung an weitere 600 ehemalige Kriegsgefangene liegt die Genehmigung der Moskauer Finanzbehörde vor, der Fehlbedarf beträgt 180 000 Euro. Hierfür werden dringend Spenden benötigt!
(November 2009) Am 24. und 25. November wurden im Rahmen des Bürger-Engagements für vergessene NS-Opfer 4800 Euro für 16 ehemalige Kriegsgefangene der Wehrmacht nach Georgien und 3300 Euro für 11 dieser „vergessenen“ Naziopfer nach Armenien überwiesen. Zur armenischen Spendenüberweisung zählten außerdem 2700 Euro für Weihnachtspakete, die der armenische Verein der rehabilitierten Gefangenen des II. Weltkrieges an die bedürftigsten seiner 300 Mitglieder schicken wird.
Wir waren von unseren armenischen Freunden zuvor um Eile gebeten worden, weil die Spendenverteilung nach Einbruch des Winters in hoch gelegenen kaukasischen Bergdörfern schwierig wird.
KONTAKTE-KOHTAKTbI ruft auf zu weiteren Spenden!
(November 2009) Am 19. November gab es unsere Jahresmitgliederversammlung. Der Rechenschaftsbericht des Vorsitzenden Dr. Gottfried Eberle fand Zustimmung. Rückläufige Spendeneingänge unseres Bürger-Engagements für „vergessene NS-Opfer“ und der geringe Mitgliederzuwachs wurden als größte Probleme benannt. Die Mitgliederversammlung bot ein beeindruckendes Gesamtbild aller KOHTAKTbI-Aktivitäten in den letzten 12 Monaten.
(November 2009) Am 23. November wurden 4800 Euro für 16 ehemalige sowjetische Kriegsgefangene nach Georgien überwiesen. Der Älteste ist ein 1920 in der Türkei geborener Armenier. Zum Nachkriegsschicksal kaukasischer Spendenempfänger zählen jüngere Kriege: Ein weiterer Armenier auf unserer georgischen Adressliste lebte in Abchasien und musste im Bürgerkrieg der 90er Jahre nach Georgien fliehen, wo er heute in einer Notunterkunft lebt.
(November 2009) Vor Weihnachten wird in vielerlei Formen um Spenden gebeten. KOHTAKTbI ist da keine Ausnahme. Aber partnerschaftliche Hilfe darf nicht anonym sein. Deutsche Spenden an Nazi-Opfer müssen erklärt werden. Deshalb wird nicht nur um Spenden, sondern auch um die Darlegung der Motive gebeten.
Hier ein Beispiel:
Leipzig, am 12.09.2009
Sehr geehrter ehemaliger Kriegsgefangener,
dass Ihnen eine Unbekannte aus Deutschland schreibt, haben Sie meinem inzwischen verstorbenen Vater und einer sowjetischen Ärztin zu verdanken. Mein Vater wurde als 19jähriger zur Wehrmacht einberufen und kämpfte als Funker an der Ostfront, wo er zum Glück in sowjetische Kriegsgefangenschaft geriet.
Er erzählte nicht viel aus dieser Zeit. Aber wenn, dann erwähnte er immer, dass sie trotz sehr schwerer Arbeit im Lager und rauhem Umgangston nie unmenschlich behandelt wurden. Als er mit einer schweren Krankheit in der Krankenstube lag, hat eine russische Ärztin ihn „aufgepäppelt“ – wahrscheinlich ihm das Leben gerettet!
Erst durch eine Historikerin, die ein Interview mit meinem Vater geführt hat, habe ich viele Details erfahren. Dies war der Anlass, eine Möglichkeit für ein klein wenig Wiedergutmachung zu suchen. Diese Möglichkeit habe ich durch den Verein „Kontaktbi“ gefunden. Ich hoffe sehr, dass meine kleine Geldspende ein wenig hilft – aber dass sie auch als Zeichen meiner Dankbarkeit gesehen wird für die Hilfe, die meinem Vater zuteil wurde.
Meine Geste kommt spät – aber hoffentlich nicht zu spät.
Ich wünsche Ihnen „sibirische“ Gesundheit!
Viele liebe Grüße von
Ursula W.
Wer sich für die KOHTAKTbI-Spendenkampagnen interessiert, kann Infomaterial anfordern unter info@kontakte-kontakty.de.
(Oktober 2009) Frühzeitiges Erkennen und Bestimmen der Leukämiezellen ist die Voraussetzung für eine effektive Therapie der betroffenen Kinder. Dazu fehlt mehreren Partnerkliniken ein wichtiges technisches Hilfsmittel, die Zytozentrifuge. Für rund 30 000 € bestellten wir Zytozentrifugen der Firma Tharmac aus Waldsolms/Taunus für die Onkologie-Hämatologie-Zentren der Kinderkliniken in Orenburg, Tomsk, Tscheboksari, Stawropol und Ulan-Uhde, der Hauptstadt der Republik Burjatien. Außerdem werden jetzt an alle Partnerkliniken bestimmte Medikamente ausgeliefert, die wir für 2500 € einkauften. Für die Unterstützung danken wir Herrn Dr. Martin Friedrichs.
(Oktober 2009) Am 2. Oktober 2009 überwiesen wir 3500 Euro auf das Konto des armenischen Vereins der rehabilitierten Gefangenen des II. Weltkrieges. Fünf neue Mitglieder erhielten jeweils 300 Euro. 1050 Euro wurden im Rahmen von Patenschaften gespendet und 950 Euro sind Nothilfen für besonders bedürftige Mitglieder der armenischen Selbsthilfe-Organisation ehemaliger sowjetischer Kriegsgefangener.
(Oktober 2009) Die Auszahlung von Spenden aus Deutschland an ehemalige sowjetische Kriegsgefangene wird in der georgischen Öffentlichkeit hoch bewertet. Der Partner von KONTAKTE-KOHTAKTbI, der Geologe Nugsar Anguladse, ehrenamtlicher Mitarbeiter der Ukrainisch-Georgischen Freundschaftsgesellschaft, leistet unter anderem die Auszahlung der Spenden. Die letzte Spendenübergabe war in der Gebirgsregion Tschochatauri an den 88jährigen Bauern Alexander Ziskaridse. Die Übergabe wurde dokumentiert durch den TV-Sender Gurija. Ein anwesender Militärkommissar hob die Bedeutung des deutschen Engagements hervor.

v.l.n.r.: Journalistin, A. Ziskaridse, Militärkommissar, N.Anguladse.
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