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KONTAKTE-KOHTAKTbI
Verein für Kontakte zu Ländern der ehemaligen Sowjetunion.
(Januar 2012) Wir fordern die FDP und CDU/CSU-Bundestagsfraktion auf, entsprechend der an Gedenktagen bekundeten moralischen Verantwortung gegenüber allen NS-Opfern zu handeln!
Die ersten Mordopfer in den Gaskammern von Auschwitz waren sowjetische Kriegsgefangene. Das NS-Regime ließ die Mehrheit von 5,7 Millionen Gefangenen verhungern. Wer als Zwangsarbeiter überlebte und in hohem Alter die deutsche Zwangsarbeiter-Entschädigung beantragte, wurde abgelehnt. KONTAKTE-KOHTAKTbI verlangte im September 2006 mit einer Petition an den Bundestag die Anerkennung der sowjetischen Kriegsgefangenen als NS-Opfer. Bis heute fehlt die Antwort.
Hunderttausende liegen hierzulande in anonymen Massengräbern. Viele Namen sind bekannt, aber das zuständige Familienministerium weigert sich, gemäß dem Gräbergesetz Namensträger zu finanzieren, um den Angehörigen der Toten einen Ort der Trauer und uns Orte des Gedenkens zu schaffen.
Heute leben nur noch etwa 4000 ehemalige sowjetische Kriegsgefangene, viele in großer Armut. Die Parteien der Regierungskoalition verweigern ihnen sogar eine „humanitäre Geste“, die von den NS-Opfern als Geste der Anerkennung des erlittenen Unrechts gedeutet werden kann.
Vorstand des Vereins KONTAKTE-KOHTAKTbI e.V.
(Januar 2012) Die zweite Station der Ausstellung „‚Russenlager‘ und Zwangsarbeit - Bilder und Erinnerungen sowjetischer Kriegsgefangener“ wurde auf Einladung des AStA am 9. Januar vor dem Audimax der Technischen Universität Berlin eröffnet.
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(Januar 2012) Prof. Dr. med. Alexander Karachunsky (Moskau) erhielt 20 000 € für das erste Quartal zur Finanzierung der laufenden Arbeit der MB-Studienzentrale und Laboranalysen.
Am 11. Januar überwiesen wir 6.250 € für 25 bedürftige NS-Opfer in Georgien für den Erwerb von Heizmitteln (Brennholz).
Am 13. Januar wurden 5700 € für 19 uns bisher unbekannte ehemalige sowjetische Kriegsgefangene in Georgien überwiesen, nachdem ihre Dokumente und Angaben gründlich geprüft worden waren.
Am 16. Januar erhielten wir von unseren armenischen Partnern die Abrechnung einer im Dezember überwiesenen Tranche von 20 000 €. Sie wurde in unterschiedlicher Höhe entsprechend den Bedürftigkeiten jetzt ausgezahlt an 141 ehemalige Kriegsgefangene (Mitglieder des armenischen Vereins der rehabilitierten Gefangenen des II. Weltkrieges).
Die Auszahlung wurde mit folgenden Fotos dokumentiert.
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(November 2011) Im November 2011 wurden 77 000 Euro übermittelt: An ehemalige sowjetische Kriegsgefangene in der Ukraine 20 000 €, an 50 Betroffene in Russland 15 000 €, in Georgien an 40 ehemalige Kriegsgefangene 12 000 € und in Westgeorgien für die Besorgung von Brennholz zum Winter 10 000 €. Für jüdische Ghettoüberlebende in der Ukraine wurden 20 000 € ausgezahlt.
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(November 2011) Dmitri Stratievski, Mitarbeiter beim Verein KONTAKTE, war auf Einladung des Regionalen Zentrums für Oral History, der Staatlichen Pädagogischen Universität Woronesh und der Zentralen Filiale der Russischen Justizakademie in Woronesh. Während seines Besuchs hielt er vor Woronesher Studenten zwei Vorträge zum Thema „Sowjetische Kriegsgefangene als Nazi- Opfer im Zweiten Weltkrieg“ und zum Thema „Sowjetische Kriegsgefangene. Deutsche Erinnerungskultur“ gehalten. Im Anschluss an die Vorträge diskutierte man über aktuelle Fragen zum Thema Erinnerungskultur in Deutschland und Russland über sowjetische Kriegsgefangene.

Dmitri Stratievski diskutierte mit gut informierten Schülern und Lehrern der Schule Nr. 83 in Woronesh über das Schicksal dieser bis vor kurzem auch in Russland „vergessenen“ NS-Opfer.

Das Regionale Zentrum für Oral History ist an die Staatliche Pädagogische Universität Woronesh angegliedert und arbeitet interfakultativ an den Universitäten in Woronesh und in anderen russischen Städten sowie mit verschiedenen russischen und ausländischen NGOs zusammen. Erinnerungen der Zeitzeugen werden in Interviews festgehalten. Der Schwerpunkt liegt auf Befragungen von Nazi-Opfern in den südlichen Regionen der Russischen Föderation (ehemalige zivile Zwangsarbeiter/innen, sowjetische Kriegsgefangene, jüdische und andere Überlebende der deutschen Besatzungszeit. Das Regionale Zentrum kooperiert mit der Humboldt- Universität Berlin und der Universität Hamburg. Natalja Timofejewa, die Leiterin des Zentrums, war im September 2011 in Berlin, wo sie auch mit KONTAKTE-Mitgliedern zusammentraf. In Woronesh wurden künftige Kooperationsprojekte thematisiert.
(November 2011) Am 3. November 2011 trafen sich in Moskau über 100 Ärztinnen und Ärzte aus 48 Kinderkrebszentren in Russland und Belarus zur Jahrestagung der multizentrischen Studiengruppe ALL-MB 2008 [*]. Aus Duschanbe / Tadschikistan und Taschkent / Usbekistan waren Leiter/innen aus Kinderkliniken, die ebenfalls mit ihren Patienten an der MB-Studie teilnehmen wollen. Deutsche Teilnehmer waren Prof. Dr. med. Günter Henze, Prof. Dr. med. Michael Frühwald, Dr. med. Arend von Stackelberg und Eberhard Radczuweit.
Seit 2008 waren in den beteiligten Kinderkliniken insgesamt 1800 leukämiekranke Kinder behandelt worden. Professor Henze hob in seinem Diskussionsbeitrag hervor, dass im Rahmen dieses weiter entwickelten Therapieprotokolls „absolut neue Resultate“ in der Welt der Kinderonkologie entwickelt worden seien. Er schätzte die Überlebenswahrscheinlichkeit der in diesem Zeitraum behandelten Patienten auf 80 %. Die deutschen Partner lobten das ausgezeichnete wissenschaftliche Niveau der Tagung, das Engagement aller Teilnehmenden und die kooperative Beziehung zwischen den beteiligten Kinderkliniken.

Neue Mitglieder der Studiengruppe sind die Kinderkrebs-Zentren in Irkutsk, Tscheboksari und Saratow. Es wurde die Aufnahme des onkologischen Zentrums der Kinderklinik Taschkent verabredet, die zuständig ist für die Qualifikation aller Kinderkrebs-Zentren Usbekistans.
Die Tagung wurde finanziert von KONTAKTE-KOHTAKTbI e.V.
[*] ALL = Akute lymphoblastische Leukämie
[*] MB = die Therapiestudie „Moskau-Berlin-Protokoll“
(Oktober 2011) Zwei Moskauer Ärztinnen berichten über ihre Arbeit im Rahmen des Therapieprogramms „Moskau-Berlin-Protokoll“: Leukämie-Rundbrief 11/2011 Der Bericht wird auf Nachfrage an info@kontakte-kontakty.de als Rundbrief per Post zugestellt. Zur Unterstützung dieser Partnerschaft empfehlen wir die Verteilung der Rundbriefe an Bekannte und Freunde.
Am 3. und 4. November 2011 findet in Moskau die Jahreskonferenz der multizentrischen Studiengruppe ALL-MB 2008 statt, an der über 100 Kinderonkologen aus ganz Russland und Belarus teilnehmen. Nach dreijähriger Laufzeit der gegenwärtigen Therapiephase, während der 1800 leukämiekranke Kinder behandelt wurden, stehen wichtige Fragen zur Therapieoptimierung auf der Agenda und werden Probleme besprochen wie z.B. die therapiebegleitende Mortalität.
Als Gäste nehmen unter anderem Kinderärzte aus Usbekistan und Armenien teil. Berliner Teilnehmer: Prof. Dr. med. Günter Henze, Dr. med. Arend von Stackelberg, Eberhard Radczuweit (KONTAKTE-KOHTAKTbI). Unser Verein finanziert die Konferenz. Wir danken der Hamburger Firma medac für die finanzielle Unterstützung einer Festveranstaltung im Rahmen der Konferenz, mit der das zwanzigjährige Bestehen des „Moskau-Berlin-Protokolls“ gewürdigt wird.
(Oktober 2011) Am 12. Oktober 2011 kamen 11 KOHTAKTbI-Mitglieder und Förder/innen des Bürger-Engagements für vergessene NS-Opfer – von einer siebentägigen Exkursion durch ganz Georgien nach Berlin zurück. Eingeladen hatte uns Nugsar Antguladse von der Ukrainisch-Georgischen Freundschaftsgesellschaft „Drushba“. Das ist unser Vertragspartner bei der Auszahlung von Spendengeldern an ehemalige sowjetische Kriegsgefangene in dieser Kaukasusrepublik.

Das einzige Bild an der Wand im Büro der Ukrainisch-Georgischen Freundschaftsgesellschaft gilt den durch uns begünstigten ehemaligen Kriegsgefangenen.
Nun ist uns Nugsar Anguladzes Engagement vorstellbar, wie er so häufig seit Jahren im Auto durch die Bergwelt (auch auf für uns haarsträubenden Schotterpisten) mit dem Spendengeld zu den alten Leuten reist. Die Übergabe der Spenden und unserer Nachrichten ist mit Emotionen verbunden, die im Ausruf gipfeln „Wir sind nicht vergessen!“ Wir besuchten einige von ihnen, die in Großfamilien leben und denen der Empfang solch großer Reisegruppe aus Deutschland zumutbar war. Jeder Besuch geriet zu einem rauschenden, für mich auch berauschenden Fest. Denn alle Ansprachen mussten nach altem georgischem Brauch in Form von Trinksprüchen sein. Es brauchte poetische Ausdruckskraft, um die uns gebotene Freundlichkeit und Wertschätzung darstellen zu können. Selbstverständlich waren unsere Trinksprüche im Namen aller Förderinnen und Förderer des Bürger-Engagements für vergessene NS-Opfer.

Schalva Bardarzlidze mit Urenkeln.

Das Gastmahl im Hause von Herrn Bardarzlidze.
Herr Nugsar Anguladse und seine Freunde boten uns ein touristisches Reiseprogramm durch ganz Georgien im Bedürfnis, dem Verein KONTAKTE-KOHTAKTbI für seine Solidarität zu danken. Wir erlebten traumschöne Landschaften und eine Kulturwelt, die sich über kriegerische Jahrhunderte hinweg im christlichen Glauben bewahrte. (Auch die „Ungläubigen“ unter uns sollten es respektieren.) Unsere georgischen Partner haben ihrerseits Partner in allen elf georgischen Provinzen: Die regionalen Verbände der Kriegsveteranen. Einige Verbandsvorsitzende lernten wir kennen. Sie betreuen nicht nur die letzten Überlebenden von insgesamt 700.000 georgischen Soldaten des Zweiten Weltkrieges. Es gibt dort viele „Kategorien“ der Kriegsveteranen: Zum Beispiel der Afghanistankrieg, aber auch jüngste Bürgerkriege wurden uns genannt, der letzte militärische Konflikt war 2008.

Nugsar Antguladze und Tamazi Kalatozischwili, Vorsitzender des Verbands der Kriegsveteranen der Region Kachetien und Veteran des Abchasienkrieges („Ich weiß, was Krieg ist!“).
Der erste Trinkspruch an einer georgischen Tafel gilt immer dem Frieden. Friedenssehnsucht sollte sich verbinden lassen mit nüchterner Analyse der Kriegsursachen und dem Nachdenken über Konfliktbewältigung. An der staatlichen Universität von Kutaisi trafen wir nach einem Gespräch mit Studierenden eine Germanistikprofessorin, die interessiert ist am gemeinsamen Nachdenken über den Frieden.
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