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KONTAKTE-KOHTAKTbI

Verein für Kontakte zu Ländern der ehemaligen Sowjetunion.

Aktuelle Meldungen.

Gedenkveranstaltung am 75. Jahrestag des deutschen Überfalls auf die Sowjetunion.

(22. Juni 2016) KONTAKTbI-KOHTAKTbI organisierte in Partnerschaft mit dem Deutsch-Russischen Forum, finanziert vom Auswärtigen Amt, eine Gedenkveranstaltung am sowjetischen Ehrenmal in Berlin-Tiergarten, die den Charakter einer Friedenskundgebung mit etwa 600–700 Teilnehmenden hatte.

Vorausgegangen war die Kranzniederlegung durch die Botschafter von acht Ländern der ehemaligen Sowjetunion, die von E. Radczuweit in seine Grußworte einbezogen wurden. Prof. Günter Morsch, Leiter der Stiftung Brandenburgische Gedenkstätten, rief auf zur Einrichtung eines „Gedenkortes für die Opfer der NS-Lebensraumpolitik“, einer Intitiative des KOHTAKTbI-Gründungsmitglieds Dr. Peter Jahn. Antje Vollmer sprach für das Deutsch-Russische Forum. Prof. Dr. Erhard Eppler war aus Schwäbisch-Hall angereist, wurde stürmisch begrüßt und sprach 20 Minuten. Seine Rede dokumentieren wir hier. Der Schauspieler und Sänger Grigory Kofman brachte Lieder von Wyssozki zu Gehör, der Hanns-Eisler-Chor hatte für diesen Anlass ein eigenes Programm einstudiert.

Es war ein würdiges Gedenken mit einem kategorischen Imperativ: Frieden!

Feier zum 25-jährigen Jubiläum des Moskau-Berlin-Protokolls.

(Mai 2016) Am 20. Mai 2016 feierten wir zusammen mit den maßgeblich beteiligten Kinderonkologen aus Moskau und Berlin die 25jährige Existenz des „Moskau-Berlin-Protokolls“ mit Konzert und Ansprachen im Konferenzsaal der Berliner Charité. Es spielte das Zehlendorfer Kammerorchester Misa a Buenos Aires unter Leitung von Nataliya Chaplygina, Sopran: Maria-Elisabeth Weiler. Diese Festveranstaltung war im Rahmen einer Tagung der Gesellschaft für pädiatrische Onkologie und Hämatologie. Wir danken der Tagungsleiterin Prof. Dr. med. Monika Eggert!

Bericht über 25 Jahre MB-Protokoll im Tagesspiegel.

Fotos: Hans-Christian Schwartz.

Prof. Dr. Günter Henze im Gespräch mit der Dirigentin.

Eröffnung unserer Ausstellung „‚Russenlager‘ und Zwangsarbeit“ in Zeithain.

(April 2016) Eröffnung unserer Ausstellung „‚Russenlager‘ und Zwangsarbeit“ am Gedenktag des 71. Jahrestages der Befreiung des Kriegsgefangenenlagers Zeithain, 23. April 2016.

In den Massengräbern vom Stalag Zeithain liegen 25 000 bis 30 000 sowjetische Kriegsgefangene. Mit beispiellosem Engagement gelang es, 23 000 Namen auf gestalteten Stelen zu verewigen. Zur Gedenkveranstaltung sprachen der Vizepräsident des Sächsischen Landtages, Angehörige verstorbener sowjetischer Kriegsgefangener, belorussische und russische Diplomaten, christliche Geistliche sprachen Totengebete, Eberhard Radczuweit beendete seine Gedenkrede mit dem Hinweis, dass hier neben russischen auch 3000 ukrainische Rotarmisten ruhen, auch Armenier und Aserbaidschaner. „Nicht nur deren Nachkommen sollten aus der Geschichte lernen. […] Nationalismus verbreitet sich heutzutage in mancherlei Spielarten in ganz Europa. Ich meine, Zeithain ist auch ein Lernort zum Thema Völkerverständigung. Der Gegensatz zu Rassismus und Nationalismus ist beispielsweise die Gastfreundschaft gegenüber Flüchtlingen aus Kriegsgebieten.“

Gedenkredner war Eberhard Radczuweit.

Die Ausstellung steht bis zum 12. September 2016 in einer restaurierten Baracke des Kriegsgefangenenlagers Zeithain/Sachsen..

Eberhard Radczuweit in der russischen Veteranenzeitung.

(April 2016) Das Zentralorgan des russischen Veteranenverbandes veröffentlichte eine Bekanntmachung von Eberhard Radczuweit über die Auszahlung der Anerkennungsleistungen an ehemalige sowjetische Kriegsgefangene, die der Bundestag im Mai vorigen Jahres beschlossen hatte. Der Leserschaft wird erklärt, unter welchen Voraussetzungen, wie und wo das Geld – 2500 € – zu beantragen ist. Beachtenswert ist der Bewusstseinswandel in Russland, wo noch vor 10 Jahren die ehemaligen sowjetischen Kriegsgefangenen ignoriert wurden.

KOHTAKTbI-Solidarität: Kontinuität und Wandel.

(April 2016) Seit 25 Jahren fördern wir eine Therapie-Optimierung für leukämiekranke ALL-Kinder in Russland, Belarus und anderen ehemaligen Sowjetländern. Das Therapie-Design, initiiert von Kinderärzten in Moskau und Berlin, heißt Moskau-Berlin-Protokoll, kurz „MB“.

In diesem Zeitraum wurden 7291 MB-Patienten behandelt. 6303 Leukämiekinder überlebten! (Stand: 15.04.2016).

Die Spendenkampagne wird unvermindert fortgesetzt.

Vor 13 Jahren riefen wir das Bürger-Engagement für vergessene NS-Opfer in Nachfolgestaaten der Sowjetunion ins Leben, mehrheitlich für ehemalige sowjetische Kriegsgefangene, von denen die letzten noch Lebenden bis zum Jahre 2018 Leistungen aus Mitteln des Bundeshaushalts beantragen können. Deshalb reduziert sich zunehmend unsere Auszahlung an diese NS-Opfergruppe und gleichzeitig erhöhen wir unsere Hilfsmaßnahmen an andere:

Am 15. April überwiesen wir weitere 18 000 € für 60 Überlebende von Massakern in belorussischen Dörfern. (Spendenkennwort: Verbrannte Dörfer).

Unsere Ausstellung in Saransk.

(April 2016) Vom 8. April bis 30. Juni 2016 steht die russische Variante unserer Ausstellung „Russenlagerund Zwangsarbeit in Saransk, der Hauptstadt von Mordwinien, einer Republik im europäischen Teil Russlands. Die 7. Station der von der EVZ geförderten Wanderausstellung ist dort das „Memorialmuseum für Kriegs- und Arbeitsheldentum“ (wörtliche Übersetzung), einem 1995 von Jelzin eröffneten Prachtbau im Farbmuster des Georgsbandes. Zur Eröffnung sprachen Museumsdirektor Nikolaj Krutschinkin, Wasilij Utschajkin vom mordwinischen Veteranenrat, Prof. Wladimir Abramov, Dekan der Historischen Fakultät der Mordwinischen Universität, unser Partner Maxim Wilkow von der Moskauer „History Foundation“. Dr. Dmitri Stratievski trug Eberhard Radczuweits Begrüßungsrede vor. Das Mordwinische Staatsfernsehen übertrug die Reden.

Bei der Eröffnungsveranstaltung waren unter anderem Kinder verstorbener Kriegsgefangener, Pfadfinder und Schulklassen anwesend.

Dmitri Stratievski redet.

Saransker Schulklassen stürmen unsere Ausstellung.

Das Band zur Ausstellung wird getrennt.

Kein Ende der Nothilfen.

(März 2016) Während die Auszahlung der staatlichen „Anerkennungsleistung“ für ehemalige sowjetische Kriegsgefangene erst in zwei Jahren endet, leisten wir ständig weitere Nothilfen für diese lange vergessenen NS-Opfer: Im Januar überwiesen wir nach Armenien für rund hundert Betroffene 20 000 € (vorwiegend für Heizmaterial und Medikamente); im Februar/März wurden 21 000 € auf das Konto unserer ukrainischen Partnerorganisation „Fonds für Verständigung und Toleranz“ überwiesen, Verwendung: Medizinische Zwecke; in Russland wurde im März nur einem ehemaligen Kriegsgefangenen ein Aufenthalt im Sanatorium bezahlt.

… und für leukämiekranke Kinder

wurden am 29. Februar unserem Mitglied Prof. Dr. Alexander I. Karachunskiy 17 000 € übergeben. Dieses Spendengeld wird verwendet für den laufenden Betrieb der ALL-MB-Studienzentrale, in der die Daten aller Kinder in Russland, Belarus, Usbekistan, Armenien ausgewertet werden, die nach dem Moskau-Berlin-Protokoll therapiert werden. Am 21. März nahm Karachunskiy im KOHTAKTbI-Büro eine größere Menge der von ihm zuvor erbetenen Medikamente mit nach Russland.

Armenischer Brief.

(März 2016) In Syrien lebten vor dem Bürgerkrieg neben anderen christlichen Bevölkerungsgruppen über hunderttausend Armenier. Der 95jährige ehemalige sowjetisch-armenische Kriegsgefangene Mikael Papikjan schreibt uns von seinen Sorgen. Er geriet 1943 in deutsche Kriegsgefangenschaft und erlitt Zwangsarbeit und eine Odyssee durch die deutsche Lagerlandschaft. Nach der Befreiung diente er noch ein Jahr in der Sowjetarmee und lebt seither in Armenien. Sein Brief steht hier.

Neuer Rundbrief.

(März 2016) Die Bundesregierung vergibt „Anerkennungsleistungen“ an die letzten noch lebenden ehemaligen sowjetischen Kriegsgefangenen. Wird damit unser Bürger-Engagement für vergessene NS-Opfer überflüssig? Eine Antwort steht hier.

Deutsch-Russisches Haus in BerlinBriefkontakte ins Museum.

(Februar 2016) Am 25. Februar übergab KONTAKTE-KOHTAKTbI die gesammelten Briefe mit Erinnerungen ehemaliger sowjetischer Kriegsgefangener dem Deutsch-Russischen Museum Berlin-Karlshorst zur Archivierung. Bericht hier.

Die große MB-November-Konferenz in Moskau.

(Dezember 2015) Am 27. und 28. November fand in Moskau die von KOHTAKTbI geförderte Jahrestagung der ALL-MB-Ärztekooperative mit über hundert Teilnehmenden aus Russland, Belarus, Armenien, Usbekistan und Kirgistan statt. Einen Einblick in das Geschehen gibt es hier.

Neue Rundbriefe.

(November 2015) Der Novemberbrief des Bürger-Engagements für vergessene NS-Opfer ist da.

Zum Weiterreichen des Rundbriefs empfehlen wir ISSUU.

Ebenfalls erschienen ist der Rundbrief Nr. 37 zu unserer Partnerschaft für leukämiekranke Kinder, hier.

„Beste Ärzte Russlands“.

(Oktober 2015) Den diesjährigen Preis für die „besten Ärzte Russlands“, der seit 2001 vergeben wird, erhielten die Professoren Dr. Günter Henze (mit Pokal) und Dr. Alexander Karachunskiy für das „MOSKAU-BERLIN-PROTOKOLL“ (ALL-MB). Hier zusammen mit dem Team der ALL-MB-Studienzentrale: (v.l.) Swetlana Lagoiko, Ludmila Scherikowa, Xenia Romanowa, Julia Rumjantzewa, 2. Reihe: Alexander Popow. Im Oktober 2015 unterstützte KOHTAKTbI deren Arbeit für leukämiekranke Kinder mit 16 000 € und div. Medikamenten.

Armenische Abrechnung und georgische Rechnung.

(Oktober 2015) Unsere armenischen Partner vom „Verein der rehabilitierten Gefangenen des Zweiten Weltkrieges“ übermittelten uns am 29. September die Abrechnung und Dokumentation der zuvor im August überwiesenen 20 000 Euro. Nothilfen erhielten 93 Mitglieder dieser Vereinigung ehemaliger Kriegsgefangener, drei neue Mitglieder bekamen je 300 Euro (157 000 Dram), die von uns jeder ehemalige sowjetische Kriegsgefangene als Geste der Anerkennung erhält. Der Älteste unter den dreien, Herr Samad Galstjan, ist 101 Jahre alt und verbrachte drei unvergessene Jahre in deutscher Gefangenschaft. Von allen Spenden wurde zumeist die dringendste Medizin besorgt, mehrere Mitglieder konnten dadurch stationär behandelt werden.

Der 97jährige Herr Wagharschak Badakjan begrüßt die Boten von KONTAKTE-KOHTAKTbI, die ihm 9000 Dram = 170 Euro bringen.
Foto: privat.

Georgien – Unser georgischer Partner Nugsar Andguladze listete uns am 23. September 40 ehemalige Kriegsgefangene auf, die sich keine Vorsorge für den Winter leisten können. Der Älteste zählt zum Jahrgang seines armenischen Kameraden Galstjan, auch der Jahrgang 1915 ist vertreten, die Jüngsten sind 90 Jahre alt. Wir überwiesen ihnen 12 000 Euro. So kann Nugsar und regionale georgische Verbände der Kriegsveteranen allen für je 300 Euro entweder Brennholz oder Heizöl kaufen. (Die aktuellen Preislisten folgen später.)

Es ist ungewiss, wann die auf bis zu drei Jahre dauernde Auszahlung aus dem Bundeshaushalt diese Menschen erreicht. Deshalb gehen unsere Nothilfen unvermindert weiter.

Foto Nugsar Andguladze, der Georgier Herr Ediberidze feierte seinen hundertsten Geburtstag im Kreise seiner 6 Kinder, 20 Enkel, 60 Urenkel. (Die Zahl der Ururenkel wurde nicht genannt.) Der Fotograf berichtet, dass einer der Trinksprüche des Tages den Leuten von KONTAKTE-KOHTAKTbI galt. Wir fühlen uns geehrt.

Protest am 74. Jahrestag des Massenmords in Babij Jar.

(September 2015) Am 29. und 30. September 1941 wurde die jüdische Bevölkerung von Kiew in der Schlucht von Babij Jar ermordet. Am Tatort steht im Zentrum der Gedenkstätte die große Menorah. In der Nacht zum 13. September wurde dieses Symbol des Judentums mit brennenden Autoreifen geschändet. Es ist in diesem Jahr der sechste antisemitische Anschlag auf die Gedenkstätte Babij Jar.

Dies ist kein von der ukrainischen Regierung kleingeredeter „Vandalismus“, sondern es sind antisemitische Schandtaten, deren Urheber im Geiste von Massenmördern handeln. In Solidarität mit den Überlebenden der Schoah in der Ukraine protestieren wir und ermahnen die Regierung der Ukraine, jede Form des Antisemitismus strafrechtlich zu verfolgen und die Denkmäler für alle Opfer des Faschismus zu schützen!

Vorstand des Vereins
KONTAKTE-KOHTAKTbI e.V.

Dem KOHTAKTbI-Vorsitzenden Dr. Gottfried Eberle antwortete der ukrainische Botschafter:

[…] Die Regierung der Ukraine sowie die breite ukrainische Öffentlichkeit sind tiefst empört über die wiederholte Schändung des Gedenkortes für die Opfer des Holocaust in Babyn Jar. Die Polizei ermittelt diese Straftaten. […] Die Regierung der Ukraine wird die Verbreitung der nationalen Intoleranz nicht zulassen und dafür Sorge tragen, dass die Täter zur Verantwortung gezogen werden.

Mit freundlichen Grüßen
Dr. Andrij Melnyk, LL-M
Botschafter


Foto: Clemens Hoffmann

Наш протест у 74 річницю масових вбивств у Бабиному Яру 29 та 30 вересня 1941 року у Бабиному Яру німецько-фашистські лиходії знищили єврейське населення міста Києва. На місці злочину у центрі меморіалу було встановлено великий світильник «Менора» – пам’ятник на знак скорботи за вбитими мирними громядянами. В ніч на 13 вересня 2015 року хтось осквернив цей єврейський релігійний символ палаючими автопокришками. Таким чином, замах на меморіал у Бабиному Яру було скоєно вже вшосте за цей рік.

Це не акти «вандалізму», значення яких зменшує український уряд, а підлі прояви антисемітизму, призвідники якого діють у дусі масових вбивць. В звязку з цими проявами антисемітизму та в знак солідарності з єврейськими громадянами, які пережили геноцид в Україні, ми висловлюємо свій протест та закликаємо український уряд кримінально переслідувати будь-які прояви антисемітизму і захищати памятники жертвам фашизму в своїй країні! 

Правління організації
KONTAKTE-KOHTAKTbI e.V.

Die Auszahlung kann beginnen ….

(September 2015) Am 7. September 2015 übergibt Sibylle Suchan-Floß im KOHTAKTbI-Domizil einem Beamten des Bundesfinanzministeriums die ersten Briefe ehemaliger sowjetischer Kriegsgefangener, in denen formlos Anträge auf Zahlung der „Anerkennungsbeträge“ aus Haushaltsmitteln der Bundesrepublik Deutschland gestellt werden. Drei Tage zuvor übergab schon unser armenischer Partner Prof. Dr. Ashot Hayruni im BMF die Unterlagen von über hundert ehemaligen sowjetisch-armenischen Kriegsgefangenen. Am 23. September beschließt der Haushaltsausschuss des Bundestages die Richtlinien zur Auszahlung.

Übersicht früherer Meldungen.

1990–1994 | 1995–1999 | 2000–2004 | 2005–2009 | 2010–2014 | 2015

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