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KONTAKTE-KOHTAKTbI

Verein für Kontakte zu Ländern der ehemaligen Sowjetunion.

Erinnerungen ehemaliger sowjetischer Kriegsgefangener.

Veranstaltung im Bremer Rathaus zum Tag der Erinnerung.

„Die Zeit, Lebenserfahrung und Mentalität ließen uns Wut und Rachegefühl überwinden. Nur so konnten wir Menschlichkeit bewahren. Wir haben dem deutschen Volk verziehen.“

Wasilij Wasiljewitsch Jerschow,
ehemaliger sowjetischer Kriegsgefangener.

„Kriegsgefangenschaft begründet keine Leistungsberechtigung“

§ 11 Abs. 3 des Gesetzes zur Errichtung der Stiftung „Erinnerung, Verantwortung und Zukunft“.

Im September 1941 wurde in Auschwitz erstmals der Massenmord mit dem Giftgas Zyklon B „erprobt“. 600 sowjetische Kriegsgefangene und 250 polnische Gefangene starben. Zum 65. Jahrestag dieses Verbrechens, dem der millionenfache Mord an den Juden Europas folgte, laden wir ein zu einer Lesung aus Briefen sowjetischer Kriegsgefangener.

Mittwoch, 13. September 2006, 19.00 Uhr
im Kaminsaal des Bremer Rathauses.

Schirmherr: Hans Koschnick, Bürgermeister a.D.,
der ein Grußwort an die Veranstaltungsteilnehmer gerichtet hat.

Das Grußwort von Hans Koschnick, Bürgermeister a.D., im Wortlaut.

In Auschwitz überlebten 96 von 15 000 sowjetischen Kriegsgefangenen. Über drei Millionen starben in Lagern, während der Zwangsarbeit, wurden ermordet und in Massengräbern verscharrt. Nach Bekanntgabe der deutschen „Zwangsarbeiterentschädigung“ stellten 20 000 ehemalige sowjetische Kriegsgefangene Anträge. Sie wurden abgelehnt mit Verweis auf deutsches Recht.

Das Bürger-Engagement für vergessene NS-Opfer hat seit seiner Gründung im Jahr 2004 bereits 4500 ehemaligen sowjetischen Kriegsgefangenen Spenden übermittelt. Neben einem Betrag von 300 Euro erhält jeder von ihnen einen Brief, wo das Unrecht anerkannt wird, dem sie in ihrer Jugend ausgesetzt waren. Viele von ihnen schickten uns Berichte mit Erinnerungen an die Zeit ihrer Gefangenschaft.

Die im Bremer Rathaus vorgestellten Autoren haben Zwangsarbeit in Bremen und im Umland von Bremen geleistet. Wir informieren Sie über unser Bürger-Engagement und diskutieren mit Ihnen über den Widerspruch zwischen Recht und Gerechtigkeit, dem 20 000 NS-Geschädigte bis auf den heutigen Tag ausgesetzt sind.

„Ich freue mich, dass es immer wieder Gemeinschaften gibt, die auch auf die Opfer des Überfalls auf die frühere Sowjetunion hinweisen. Mit Ihnen will ich auch und gerade an die sowjetischen Kriegsgefangenen erinnern und zugleich alles tun, dass Gewaltakte dieser Art nicht mehr zur Tagesordnung europäischer Politik gehören.“

Hans Koschnick

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