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KONTAKTE-KOHTAKTbI
Verein für Kontakte zu Ländern der ehemaligen Sowjetunion.
22. Juni 2001, 18.00 Uhr Ausstellungseröffnung: „Ostarbeiter“ in Berlin – Zwangsarbeit für die Kirche.
19.00 Uhr Podiumsdiskussion:
Einführung:
Dr. Lorenz Wilkens,
Arbeitsgruppe Kirchenkampf/Zwangsarbeit der Evangelischen Kirche Berlin-Brandenburg.
Moderation:
Dr. Norbert Meisner,
Vorsitzender von KONTAKTE-KOHTAKTbI e.V.
Mit:
Der Vernichtungskrieg gegen die Bevölkerung der Sowjetunion und der Holocaust sind gleichermaßen dem mörderischen Rassismus der Nazis geschuldet. Dem propagierten „Lebensraum im Osten“ lag eine Siedlungspolitik und Bevölkerungsplanung zugrunde, die den Genozid „rassisch unerwünschter“ Völker vorsah.

Zwischen 20 und 30 Millionen Menschen wurden Opfer dieses im höchsten Maße völkerrechtswidrigen deutschen Angriffskrieges. Auf der Flucht hinterließ die Wehrmacht verbrannte Erde, ausgeplünderte, zerstörte Städte, die Asche von Dörfern und ihrer Bewohner.
Von 1941 bis 1944 wurden mehr als 20 Millionen Sowjetbürger im eigenen Lande zwangsverpflichtet. Aus Weißrußland, aus der Ukraine und aus Rußland kamen über fünf Millionen Menschen zur Zwangsarbeit nach Deutschland. Als sogenannte „Ostarbeiter“ waren sie rechtlos der extremen Ausbeutung ihrer Arbeitskraft ausgeliefert.
Erst nach dem Ende des Kalten Krieges fanden die überlebenden NS-Opfer aus osteuropäischen Ländern im Westen Gehör. Zumindest den Zwangsarbeitern wird als „humanitäre Geste“ eine Zuwendung ausgezahlt, nicht aber die Summe der vorenthaltenen Löhne. Wer keinen amtlichen Nachweis für geleistete Zwangsarbeit hat, geht leer aus. Sowjetische Kriegsgefangene, welche die Zwangsarbeit überlebten, erhalten nichts. Wer im eigenen Land von der deutschen Besatzungsmacht zwangsverpflichtet wurde und härteste Repressionen erlitt, wird nicht entschädigt.
Wird die Auszahlung von 10 Milliarden DM an ehemalige NS-Zwangsarbeiter ein Schlußstrich sein? Ist die Schuld beglichen oder tragen in Deutschland auch die folgenden Generationen die Verantwortung für eine Schuld, die nicht verjährt? Die Podiumsdiskussion wird sich kritisch mit dem Entschädigungsverfahren auseinandersetzen und die Zukunft unserer Beziehungen zu den NS-Opfern in den Mittelpunkt stellen.
Wir laden Sie und Ihre Freunde ein zur Diskussion und freuen uns auch auf Ihre Teilnahme an der Ausstellungseröffnung „Ostarbeiter“ in Berlin – Zwangsarbeit für die Kirche, die in Zusammenarbeit von KONTAKTE-KOHTAKTbI e.V. und der Arbeitsgruppe Kirchenkampf und Zwangsarbeit der Evangelischen Kirche Berlin-Brandenburg entstand.
Eberhard Radczuweit
Veranstaltungsort:
Haus der Kirche,
Berlin-Charlottenburg,
Goethestr. 27–30 (U-Bahnhof Wilmersdorfer Str.)
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