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KONTAKTE-KOHTAKTbI

Verein für Kontakte zu Ländern der ehemaligen Sowjetunion.

Was geht uns das eigentlich an?

Deutsch-sowjetische Geschichte von 1941–1945: Wehrmacht und Polizei in der Sowjetunion am Beispiel der Heeresgruppe Mitte.

Eine Informations- und Diskussionsveranstaltung des Politladen Spandau in Zusammenarbeit mit Deutsch-sowjetische KONTAKTE e.V. und dem Schriftsteller Paul Kohl.

Viele winken ab, wenn es um die Verbrechen des deutschen Nationalsozialismus geht und behaupten, das hätten sie „alles“ schon so oft gehört, man solle doch jetzt mal Geschichte Geschichte bleiben lassen und sich wichtigeren Themen zuwenden.

Wichtigere Themen?

Was ist eigentlich wichtiger, als das Einbeziehen von Erfahrungen und Erkenntnissen aus der Geschichte, in das Gestalten einer lebenswerten – weil friedlicheren, sozial gerechteren, ökologisch gesunderen – Zukunft?

Können wir wirklich auf eine weitere Vergangenheitsbewältigung verzichten? Womöglich, weil sie bereits „bewältigt“ ist?

Können wir schon deshalb die ausreichenden Lehren aus den Verbrechen des deutschen Faschismus ziehen, weil uns Auschwitz und das Warschauer Getto bekannt sind?

Ein „wieder-“vereintes Deutschland, in der Mitte eines zukünftigen „Haus Europa“ muß sich mit den Worten Paul Kohls fragen lassen:

Warum kennen wir keins der 628 Dörfer, die alleine in Belorußland mitsamt der Bevölkerung von deutschen Truppen niedergebrannt wurden? Warum wissen wir nichts über die Gettos von Minsk, von Vitebsk, von Orscha, von Mogilow, von Slutzk oder Riga? Warum?

Womöglich werden wir an diesem Abend mit noch mehr Fragen nach Hause gehn, als wir mitgebracht haben –

dennoch:

Im gemeinsamen Gespräch nähern wir uns vielleicht dem Verständnis, welches notwendige Voraussetzung für eine Aussöhnung oder sogar Freundschaft mit unseren östlichen Nachbarn ist.

Dienstag, 26. Mai 1992, 19.00 Uhr,
Jugendfreizeitheim Räcknitzer Steig, Räcknitzer Steig 13,
W-1000 Berlin 20 (Spandau).

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