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KONTAKTE-KOHTAKTbI
Verein für Kontakte zu Ländern der ehemaligen Sowjetunion.
Aus dem Rechenschaftsbericht von Dr. Norbert Meisner auf der Jahresmitglieder von KONTAKTE-KOHTAKTbI am 6. Dezember 1999
Einen zunehmenden Schwerpunkt bildet der Bereich „Pädagogik im West-Ost- Austausch“. An erster Stelle ist das Langzeitprojekt „BEAM“ – Berliner ErzieherInnen-Austausch mit Moskau zu erwähnen. Diese von Reinickendorfer ErzieherInnen und SozialpädagogInnen initiierte Partnerschaft mit einer Moskauer Freien Kindertagesstätte, an der sich mittlerweile auch Schöneberger Kitas beteiligen, wird von KONTAKTE-KOHTAKTbI e.V. besonders unterstützt.
Vom 31. Mai bis 14. Juni waren aus Moskau sieben BEAM-Gäste in Berlin, neben den traditionellen Partnerinnen und Partnern unter anderem die Umwelterzieherin aus einer staatlichen Vorschuleinrichtung und die Leiterin des Moskauer Bildungs- und Vorschulministeriums. Welche Wirkung die Einbeziehung dieses Ministeriums über den Projektrahmen hinaus hat, verdeutlicht das Vorhaben, in Moskauer Vorschuleinrichtungen nach Berliner Vorbild die Behindertenintegration einzuführen.
Anlaß der diesjährigen Begegnung war die Eröffnung der gemeinsamen Ausstellung „Kinder – Leben in der Großstadt“. Schirmherr der Ausstellung in einer ehemaligen Reinickendorfer Kita war der Stadtrat für Volksbildung. Neben der gemeinsamen Realisierung der Ausstellung, die später auch für einige Tage im Kinder- und Jugendfreizeitzentrum FEZ gezeigt wurde, standen im Vordergrund pädagogische Fragen im deutsch-russischen Vergleich. Die Teilfinanzierung ermöglichte die Stiftung West-Östliche Begegnung.
Am 10. Oktober fand im Vereinsdomizil eine Tagung mit der Reinickendorfer Projektgruppe statt, bei der über die künftige Zusammenarbeit beraten wurde. Morgen werden neun Reinickendorfer und Schöneberger Erzieher/-innen das Projekt fortführen, indem sie die Ausstellung nach Moskau bringen. Diesen Teil des Projekts fördert die Senatsverwaltung für Jugend, Familie und Sport.
Alexander Tubelski, Direktor der Moskauer „Schule der Selbstbestimmung“, eine staatliche Experimentalschule mit einer in dieser weitreichenden Konsequenz hier unbekannten demokratischen Struktur, war vom 4. bis 8. Mai unser Gast. Zweck der Einladung war die Vorbereitung einer Seminarreihe mit Berliner, Potsdamer und Moskauer LehrerInnen sowie Schülerinnen und Schülern. Die RAA Brandenburg, deren Leiterin unser Vorstandsmitglied Frau Dr. Hilde Schramm ist, wird Projektpartner. Ebenso die Internationale Begegnungsstätte Jagdschloß Glienicke, deren Leiterin Frau Käthe Kruse Mitglied unseres Beirats ist.
Wir vermittelten unter anderem Gespräche im Fachbereich Pädagogik der Freien Universität Berlin, beim Schulsenat, in einer Tempelhofer Modellschule und veranstalteten hier im Vereinsdomizil eine Diskussion mit GEW-Lehrerinnen und Lehrern. Ebenso gab es in Brandenburg vom RAA organisierte Begegnungen. Das Interesse war so groß, daß dem Projektbeginn im April 1999, wo zum ersten Seminar eine Berliner/Potsdamer LehrerSchülergruppe nach Moskau fährt, mit Zuversicht entgegengesehen werden kann.
Vom 17. Oktober bis 14. November war aufgrund unserer Einladung im Rahmen von BEAM eine Erzieherin aus der Moskauer Partnerorganisation als Hospitantin in Reinickendorfer Kitas beschäftigt. (Förderung: Senatsverwaltung für Jugend)
Vom 7. bis 14. November hatte BEAM elf Moskauer Kolleginnen und Kollegen sowie leitende Beamtinnen aus dem Moskauer Erziehungsministerium zu einem Fachseminar nach Bad Kühlungsborn eingeladen. Thematisiert wurde unter anderem die Adaption erziehungsschwieriger und die Integration behinderter Kinder. (Förderung: Senat, Bezirksamt Reinickendorf)
Vom 6. bis 14. November fand die Seminarwoche und anschließende Konferenz mit neun Schülern, sechs Lehrern und dem Direktor Alexander Tubelsky von der Schule der Selbstbestimmung an vier Berliner Schulen und in der Internationalen Begegnungsstätte Jagdschloß Glienicke statt. Den Erfolg dieser Begegnung verdanken wir auch dem Einsatz deutscher und (bela-)russischer BetreuerInnen und einer guten Seminarplanung der beteiligten Berliner Schulen. Das Protokoll über die vielschichtigen Themen zum Motto „Demokratie und Schule – Erziehung zur Toleranz“ ist noch in Arbeit. Über die April- und Novemberseminare werden wir eine umfangreiche Publikation erstellen. (Förderung: Senat, Stiftung West-Östliche Begegnung)
Weil der Bereich „Interkulturelle Pädagogik im Ost-West-Austausch“ zum Vereins-Schwerpunkt werden kann, wurden dafür drei ABM-Kräfte eingestellt. Damit ist nach einer haIbjährigen Pause, in der die Geschäftsstelle nur in ehrenamtlicher Tätigkeit geführt werden konnte, wieder eine gute Arbeitsgrundlage gegeben.
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