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KONTAKTE-KOHTAKTbI

Verein für Kontakte zu Ländern der ehemaligen Sowjetunion.

Sowjetische Kriegsgefangene –
Vergessene NS-Opfer.

Die Verbrechen des Nationalsozialismus lassen sich nicht auf den Holocaust reduzieren. Nach den europäischen Juden werden die sowjetischen Kriegsgefangenen mit über drei Millionen Toten zur zweitgrößten Opfergruppe der Nazis gezählt. Viele wurden aus rassischen und ideologischen Beweggründen ermordet, die meisten kamen durch Hunger, Kälte und Seuchen ums Leben. Als Zwangsarbeiter wurden sie bis zum Tode ausgebeutet. Viele Überlebende kamen nach der Befreiung unter dem Vorwurf des Vaterlandsverrats in Stalins Arbeitslager.

Mehr über sowjetische Kriegsgefangene.

Bild des ehemaligen Kriegsgefangenen Wasilij Stepanowitsch Awsejenko

Wasilij Stepanowitsch Awsejenko, 1920–2007
am 24. Juni 1941 geriet er in Gefangenschaft. Bis zur Befreiung war er Häftling im Stalag 308 / Neuhammer und leistete Zwangsarbeit beim Flugpplatzbau. Vor seinem Tod hatte er von KONTAKTE-KOHTAKTbI eine Spende von 300 Euro als Geste der Anerkennung erlittenen Unrechts erhalten. Das Foto schickte uns seine Tochter Ludmila zusammen mit einem Brief, in dem sie die Ablehnung seines Antrags auf die deutsche Zwangsarbeiterentschädigung beklagt. (Paragraf 11, Absatz 3 des Gesetzes zur Errichtung der Stiftung Erinnerung, Verantwortung und Zukunft: „Kriegsgefangenschaft begründet keine Leistungsberechtigung“.)

„Gestatten Sie mir, Ihnen ein letztes Foto von meinem Papa für Ihr Archiv zu übergeben. Es sei eine Erinnerung an jene, an denen wie bei meinem Vater Unrecht gutzumachen ist. Noch leben deren Kinder, Enkel, die vieles bezeugen können. Es tat mir so weh für meinen kranken Vater, bestraft durch die Besiegten und scheinbar einer bestimmten Kategorie von Zwangsarbeitern nicht zugehörig ein hilfloser, allein gelassener Invalide. Wie kann man so hart und zynisch Ihrerseits damit umgehen, so als ob sie auch noch schuldig geworden wären vor der Gesetzgebung Ihres Systems, im wahrsten Sinne des Wortes – dort arbeiten keine Menschen, sondern Roboter.“

Boris Popow besuchte am 27. Oktober 2012 das ehemalige Lager Stalag IV B in Mühlberg/Elbe, wo er vom Mai 1942 bis April 45 inhaftiert war.

Hilfsaktion für ehemalige sowjetische Kriegsgefangene.

Die früheren Partnerorganisationen der Stiftung „Erinnerung, Verantwortung und Zukunft“ in Kiew, Minsk und Moskau archivieren die Unterlagen zu allen abgelehnten Anträgen mit dem Vermerk „Kriegsgefangenschaft begründet keine Leistungsberechtigung“. Nach vertraglich festgelegten Regeln überweist KONTAKTE-KOHTAKTbI in je nach Spendeneingängen gestaffelte Tranchen für jeweils 100 oder 200 Personen Spenden als Geste der Anerkennung erlittenen Unrechts. Pro Person sind 300 Euro bestimmt. Die auszahlenden Bankfilialen sind verpflichtet, neben den Spenden Rundbriefe von KONTAKTE-KOHTAKTbI auszuhändigen, in denen das Geld als Geste der Anerkennung erlittenen Unrechts bezeichnet und um Rückmeldung gebeten wird. Die daraus entstehende intensive Korrespondenz bewirkt bei diesen bisher missachteten NS-Opfern eine beachtliche psychische Entlastung. Neben den Vertragspartnern in der Ukraine, in Belarus und Russland steht die Partnerorganisation in Armenien, der Verein der rehabilitierten Gefangenen des Zweiten Weltkrieges. Diese Selbsthilfe-Vereinigung ehemaliger sowjetischer Kriegsgefangener erhält neben den Einmalzahlungen von jeweils 300 Euro für seine Mitglieder in besonderen Notfällen mehrfach Spenden. In Georgien ist unser Vertragspartner die Georgisch-Ukrainische Freundschaftsgesellschaft „Drushba“. Sie übersetzt die Korrespondenz und schickt uns zur Begutachtung die Kopien der Dokumente, welche die Kriegsgefangenschaft und deren Umstände belegen.

Berliner Appell des Bürger-Engagements für vergessene NS-Opfer.

Geben Sie einen Tagessatz Ihres Einkommens den vergessenen Opfern des NS-Regimes!

Seit 65 Jahren warten Überlebende eines der größten Menschheitsverbrechen auf Anerkennung. Ehemalige sowjetische Kriegsgefangene empfinden die Missachtung des in Jugendjahren erlittenen Unrechts als offene Wunde. Einige geben die Hoffnung auf Anerkennung nicht auf, andere haben resigniert. Schon viele sind in Verbitterung gestorben. In Deutschland zählt die Verantwortung gegenüber den Opfern nationalsozialistischer Gewaltherrschaft zum gesellschaftlichen Konsens unserer Demokratie. Das sollte selbstverständlich auch für ehemalige sowjetische Kriegsgefangene gelten.

Viele dieser alten Menschen leben in extremer Armut. Die Jahre in Kriegsgefangenschaft werden bei der Rentenberechnung nicht anerkannt, Mietminderung, kostenlose Gesundheitsversorgung und andere staatliche Vergünstigungen für Kriegsveteranen stehen den meisten nicht zu. Humanitäre Hilfe für Menschen in existentieller Not zählt zu den ethischen Grundlagen unseres Gemeinwesens. Das sollte auch für die ehemaligen sowjetischen Kriegsgefangenen gelten.

Deshalb rufen wir zu Spenden auf, die wir den Betroffenen als Gesten der Anerkennung übermitteln. Geben Sie einen Tagessatz Ihres Einkommens den vergessenen NS-Opfern im Osten!

Dr. Gottfried Eberle, RA Bernhard Blankenhorn, Dr. Peter Jahn, Dr. Peter Plieninger, Eberhard Radczuweit, Ingrid Schmidt MA, Dr. med. Arend von Stackelberg.

Kontakte-Kontakty,
Berliner Volksbank,
BLZ 100 900 00,
Kontonummer 306 55 99 022
IBAN: DE48 1009 0000 3065 5990 06
BIC: BEVODEBB
Kennwort „Kriegsgefangene“

Deutsches Gesetz verweigert „Leistungsberechtigung“.

Rund 20 000 ehemalige sowjetische Kriegsgefangene stellten nach der Bekanntgabe, Deutschland zahle den Zwangsarbeitern und anderen NS-Opfern Geld aus, Anträge bei den Partnerorganisationen der Bundesstiftung „Erinnerung, Verantwortung und Zukunft“. Sie wurden abgelehnt mit dem Verweis auf deutsches Recht: „Kriegsgefangenschaft begründet keine Leistungsberechtigung“ (§ 11, Absatz 3 des Gesetzes zur Errichtung der Stiftung „Erinnerung, Verantwortung und Zukunft“) Die Abgelehnten erhielten aus Deutschland die letzte Kränkung in ihrem Leben.

Ablehnungsbescheid der Russischen Stiftung „Verständigung und Aussöhnung“.

Mehr über die Haltung der Bundesregierung und die Proteste.

Erinnerungen ehemaliger sowjetischer Kriegsgefangener.

Unsere Bitte an alle von uns Begünstigten: „Sie können diese Arbeit unterstützen, indem Sie uns in einem Brief Ihre Erinnerungen an die Kriegsgefangenschaft mitteilen. Sie würden damit helfen, in Deutschland ein verdrängtes Kapitel unserer Geschichte ins Gedächtnis zu rufen …“ Weit mehr als tausend Antworten aus Belarus, Russland und aus der Ukraine sind bis heute ins Deutsche übersetzt worden. Eine Auswahl dieser Texte ist 2007 veröffentlicht im Band „Ich werde es nie vergessen“ – 60 Briefe sowjetischer Kriegsgefangener 2004–2006, Chr. Links Verlag. Wöchentlich veröffentlichen wir die laufend eintreffenden Aufzeichnungen der Erinnerungen an die Kriegs- und Nachkriegszeit in den „FREITAGSBRIEFEN“.

Buchrezension „Ich werde es nie vergessen“.

Deutsche Erinnerungen.

In die Korrespondenz mit ehemaligen sowjetischen Kriegsgefangenen werden Erinnerungen von früheren Wehrmachtsangehörigen und andere deutsche Zeitzeugen einbezogen.

Deutsche Erinnerungen.

Brief von Pfarrer Rudolf Weckerling.

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