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KONTAKTE-KOHTAKTbI
Verein für Kontakte zu Ländern der ehemaligen Sowjetunion.
*1914, Dorf Aknuk.
Wir haben von Ihrer edelmütigen Aktion gehört und sind dankbar. Wir bitten um eine finanzielle Hilfe für folgende Kriegsgefangene, denen der deutsche Fonds eine Kompensationszahlung verweigerte.
Ohne Unterschrift
Brief vom 4.07.03.
Ich, A. Ch., ehemaliger Kriegsgefangener, bin 86 Jahre alt. Meine Frau ist in diesem Jahr gestorben, ich lebe mit meiner Tochter zusammen.
Am 13.12.43 wurden wir an die Front geschickt, zuerst nach Batumi, dann per Schiff nach Novorossisk. Da Kertsch von den deutschen Truppen schon eingenommen war, wurde unser Regiment ins Dorf Krasnoje bei Tuapse verlegt. Dort wurden wir im Oktober 42 eingekesselt, in Gefangenschaft genommen, nach Dneprpetrowsk überstellt, dann nach Belarus nach Wladimir/Wolanski in das Offiziers-Todeslager. Von dort wurden wir über Brest nach Deutschland überstellt, nach „Grenzenhaus“ (?) in den „Russischen Bezirk“. Mein Vorgesetzter war zuerst Herr Schulz, danach Hans – an den Nachnamen erinnere ich mich nicht mehr. Schon bald wurde dieses Gebiet von den Amerikanern erobert, so dass wir unter ihre Befehlsmacht gerieten. Im April 1945 wurden wir nach Hause geschickt.
Die Arbeit in der Grube war schwer. Wie wir gelebt haben? Wir waren doch Gefangene, und damit ist alles gesagt! Ich möchte mich nicht mal daran erinnern, so schlimm war das.
Jetzt lebe ich mit meiner Tochter, die arbeitslos ist, keine Rente hat, 53 Jahre alt ist. Meine Rente reicht kaum für unser Existenzminimum, wir bekommen keine Hilfe. Denn es gibt niemanden, der uns helfen könnte. Für uns in Armenien ist das Leben für Leute wie mich unerträglich und erinnert an das Leben in der deutschen Kohlengrube. Ich denke nach Erhalt der Absage durch den Ukrainischen Fonds, dass ich vielleicht durch Ihren Fonds irgendeine finanzielle Hilfe erhalte, solange ich noch nicht gestorben bin.
Mein großer Dank an das deutsche Volk, das solchen Menschen wie mir helfen will.
Sie unterstützen eine edle Sache, Gott möge Ihnen helfen.
Mit Dank und Respekt.
Unterschrift.
Region Talin, Dorf Arteni.
Ich wende mich an Sie als ehemaliger Kriegsgefangener … bin 1924 geboren im Dorf Akmuk, Rajon Taleinsk. Ich wurde 1942 mobilisiert und am 4.11.43 überstellt in den Nordkaukasus, 66. Regiment der 61. Division. 43 wurden wir in Kubain eingekesselt, dabei wurde ich in der Schlacht verwundet. Mit dem ganzen Bataillon zusammen geriet ich in Gefangenschaft. Die Gefangenen wurden ins Gefängnis der Stadt Temruk eingeliefert. Im selben Jahr wurden wir in die 5. Kompanie eingegliedert, wo wir unterschiedlich schwere Arbeiten zu verrichten hatten. 1944 kam ich nach Österreich, wo ich Lasten schleppen und verschiedene schwere Arbeit verrichtete. 1945 befreiten uns amerikanische Soldaten in „Sirwingen“ (?), die 5. Kompanie der Kriegsgefangenen wurde der sowjetischen Regierung übergeben. Wir wurden überprüft und danach in die Sowjetarmee aufgenommen. 1947 wurde ich aus dem Militärdienst entlassen.
Gegenwärtig ist mein Gesundheitszustand sehr schlecht. Im Alter leben wir unter sehr schlechten Bedingungen.
…
Ich habe aus Kiew eine Absage bekommen. Aber aus Ihrem Brief und von Stefan Taschjian habe ich erfahren, dass Sie bereit sind, uns zu helfen. Ich bin Ihnen sehr dankbar.
In den vielen Jahren nach der Gefangenschaft ist meine Erinnerung verblasst. Heute kann ich mich an nichts mehr so gut erinnern. Ich war mehrere Jahre in Deutschland. Später haben mich die Amerikaner befreit.
Gegenwärtig bin ich paralysiert. Man pflegt mich wie ein kleines Kind. Bin fast die ganze Zeit nur bei halbem Bewusstsein. Meine Lebenszeit soll nur noch 1 bis 2 Monate dauern. Ich hoffe, dass Sie Verständnis für meinen Zustand haben und meiner Familie helfen werden, die sehr ärmlich lebt. Weil ich selbst nicht mehr schreiben kann, schreibt Ihnen die Enkeltochter in meinem Namen.
… und dem deutschen Volk großen Dank…
Hochachtungsvoll.
Unterschrift.
Ich habe erfahren, dass Sie uns, den ehemaligen Kriegsgefangenen, eine materielle Hilfe zukommen lassen wollen. 1941 geriet ich in der Ukraine in Kriegsgefangenschaft und kam nach Deutschland in das Dorf „Dorsch“ (?). Aber ich bin alt, kann mich fast an nichts mehr erinnern, nur an meine Lagernummer 330720. Ich weiß nicht, ob dies Lager ein KZ war oder nicht. Aber aus der Ukraine habe ich eine Absage bekommen und in Georgien sind keine Archive erhalten geblieben. Ich bin 91 Jahre alt, lebe allein, kann fast nichts mehr sehen und hören, hoher Blutdruck und Herzbeschwerden. Ich wurde an der Prostata operiert. 1988 ist meine Tochter beim Erdbeben in Leninakan ums Leben gekommen und hat drei Waisen hinterlassen.
Sehr geehrter Herr Radczuweit, Ihr Brief ist Licht in meinen verdunkelten Augen. Ich danke Ihnen für Ihr Mitgefühl und Ihre Menschenliebe. Ich danke dem deutschen Volk.
Hochachtungsvoll.
Ich bin 1941 in den Krieg gezogen. Davor habe ich am sowjetisch-finnischen Krieg teilgenommen, habe in Bessarabien, Bendero und Saratow gedient. Bin 1941 am Fluß Bug bei Belajaserkov, Ukraine, gefangengenommen worden. Befand mich in den Lagern der Stadt Berdischew und Tschepetowka. Wir wurden nach Deutschland überführt. Zuerst ins Kriegsgefangenenlager bei Lampsdorf, nachher Oberschlesien inNestadt, wo ich in einer Kohlengrube arbeiten musste. Dann kam ich ins Lager 232 nach Briks. Am 8. Mai 45 wurden wir von der Sowjetarmee befreit.
Im Lager waren sehr schlechte Bedingungen, Ein halbes Kilo Mehl und Wasser, Brot gab es nicht. ich habe alles durchgemacht. Kälte und Hunger, unbarmherzige Schläge, mit einem Wort: das ganze Grauen des Krieges. Jetzt bin ich 85 Jahre alt, Invalide, lebe unter sehr schweren sozialen Bedingungen mit meiner 80jährigen Frau, die auch invalide ist und kaum noch gehen kann sowie mit unserer arbeitslosen Tochter. Gegenwärtig lebt die ganze Familie nur von meiner winzigen Rente.
Herr Radczuweit, ich hoffe sehr auf Ihre Hilfe und danke Ihnen dafür.
Hochachtungsvoll.
Ich war von 1942 bis 1945 in deutscher Gefangenschaft. Ich kann mich nicht mehr an den Namen des Lagers erinnern, weiß aber, dass wir unter schrecklichen Verhältnissen leben mussten. Das Essen war ungenießbar, viele erkrankten und starben. Aus dem Krieg bin ich mit vielen Wunden und nervenkrank zurückgekehrt. Probleme mit Augen und Ohren. Ich lebe zusammen mit dem arbeitslosen Sohn, die Familie ist groß. Kein Auskommen außer meiner Rente: kaum 20 Dollar, das reicht nur für einige Tage.
Ich hoffe sehr auf Ihre finanzielle Hilfe.
Ich danke …
abgelehnt.
Seit 10 Jahren lebe ich in der Familie meines Bruders, der auch Soldat war und 1988 starb. Ich lebe mit der Familie zusammen, weil ich ein einsamer alter Mann bin, ohne Kinder. Die Familie ist groß, keiner arbeitet. Vor drei Jahren ist der Sohn des Bruders gestorben, seine Witwe ist auch arbeitslos, hat drei Studenten. Wir leben von meiner Rente: 10,5 Euro. Gesundheit sehr schlecht, zwei Schlaganfälle, kann nicht mehr laufen, hoher Blutdruck, Herzbeschwerden.
Ich hoffe sehr auf Ihre Hilfe und bete zu Gott.
Voller Bewegung habe ich Ihren Brief bekommen und …
Ich war fast drei Jahre in Kriegsgefangenschaft, in Sewastopol, war dann in Lagern in Deutschland, Norwegen, Finnland. In der Kriegsgefangenschaft ging es mir sehr schlecht. Wir haben alles Furchtbare erlebt, Kälte, Hunger, Krankheiten. Nach der Befreiung arbeitete ich (zwangsweise) zwei Jahre in einer Schmiede in Baku. 1947 zurück aufs Dorf, wo ich bis jetzt lebe. Jetzt im hohen Alter habe ich wieder das Grauen des Krieges erleben müssen. Unser Dorf ist in Karabach, wo Jahre hinweg Krieg mit Aserbaidschan war. Mehrere Jahre lang lebten wir voller Angst vor Bombenangriffen. Mein Haus wurde zerstört.
Ich bin jetzt 79 Jahre alt, kann nicht mehr gehen, höre schlecht. Meine Rente: etwa 10 Dollar. Das reicht nicht mal für Brot und Arznei.
Ich hoffe sehr auf Ihre Hilfe.
Unlängst hat der ukrainische Fonds abgesagt.
Kurzbeschreibung:
War im Lager in Cherson/Ukraine im sog. „Weißen Haus“. Ich war auch in anderen Lagern, kann mich aber nur schwer erinnern. Kriegsgefangenschaft vom Dez. 41 bis Mai 45. In Cherson waren die Bedingungen sehr grausam. Die Gefangenen starben vor Kälte, Hunger und unerträglich schwerer Arbeit. Viele meiner Kameraden starben vor meinen Augen. Wie durch ein Wunder blieb ich am Leben, habe aber meine Gesundheit verloren. Habe Gliederschmerzen. Es war schwer, als Invalide nach Hause zurück zu kommen, konnte die Familie nicht unterstützen.
Gegenwärtig arbeiten in meiner großen Familie nur wenige. Ich lebe auf Kosten meines Sohnes. Meine Frau ist gestorben. Es arbeitet nur mein Sohn, aber sein winziger Lohn reicht kaum für die Miete. Meine Rente: 9 Euro.
Ich hoffe nur noch auf Ihre Unterstützung.
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