Direkt zum Navigationsmenü.


KONTAKTE-KOHTAKTbI

Verein für Kontakte zu Ländern der ehemaligen Sowjetunion.

Brief von KONTAKTE-KOHTAKTbl e.V..

Sehr geehrter …,

Im Namen der Mitglieder unseres Vereines grüßen wir Sie und wünschen Ihnen alles Gute, vor allem Gesundheit.

Wir kennen uns nicht persönlich und wissen nur von einem Ereignis in Ihrem langen Leben. Dieses liegt über 60 Jahre zurück, wiegt jedoch so schwer, dass es nicht in Ihrer Heimat und nicht in Deutschland vergessen werden darf. Über drei Millionen junge Sowjetsoldaten wurden als Gefangene der Deutschen Wehrmacht ermordet oder verhungerten hinter Stacheldraht. Nur die Juden Europas haben mit 6 Millionen Toten ein größeres Opfer zu beklagen.

Sie selbst überlebten vielleicht damals, weil man Ihre Arbeitskraft brauchte. Man gab Ihnen nur zu essen, damit Sie während des Krieges arbeitsfähig bleiben. Sie litten unter dem verbrecherischen Nazi-Regime und haben aus Deutschland nie ein Wort der Entschuldigung vernommen. Wir sind beschämt und haben gegen den Beschluss unserer Regierung protestiert, den ehemaligen sowjetischen Kriegsgefangenen die materielle Anerkennung zu verweigern. Leider war es bis heute vergebens. Wir sind ein kleiner Verein, der sich um Aufklärung bemüht und unsere Landsleute aufruft, etwas Geld zu spenden.

Von dem Verein KONTAKTE-KOHTAKTbI e.V. erhalten Sie in absehbarer Zeit über die Bank 300 Euro. Das Geld wurde von Bürgern unseres Landes für ehemalige sowjetische Kriegsgefangene gespendet. Auch einige frühere deutsche Soldaten gaben etwas, weil sie zur Versöhnung beitragen wollen. Nur wenig Geld können wir Ihnen aus Deutschland schicken. Es ist ein Ausdruck der Scham über begangenes Unrecht und ein Zeichen des Respekts vor Ihnen.

Frieden gedeiht dort, wo die Menschen über Grenzen hinweg sich verstehen wollen. Deshalb sollten möglichst viele Deutsche und vor allem Jugendliche Lebenserinnerungen und Gegenwartsgedanken ehemaliger sowjetischer Kriegsgefangener kennen. Jeder Brief aus Belarus ist ein wichtiges Dokument. Wir würden uns deshalb sehr freuen, wenn Sie in einem Brief an uns über Ihre Gefangenschaft in Deutschland, die Zeit nach Ihrer Rückkehr in Ihre Heimat und Ihre gegenwärtige Situation berichten würden.

Mit herzlichen Grüßen

Hilde Schramm (Vorstand).

Eberhard Radczuweit (Projektleiter).

Zum Seitenanfang


Zurück zum Seitenanfang.