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KONTAKTE-KOHTAKTbI
Verein für Kontakte zu Ländern der ehemaligen Sowjetunion.
Von Ludmila Schmig.
Aus dem Ukrainischen übersetzt von Dmitri Stratievski.
Erst vor ca. 15 Jahren sprach man in der Ukraine zum ersten Mal offen und frei über das traurige Schicksal unserer Landsleute, die während des Großen Vaterländischen Krieges unfreiwillig Sklaven des Reiches wurden. Seitdem gehört das Wort „Ostarbeiter“, also ein Arbeiter aus dem Osten, zu unserem Sprachlexikon. Über Schicksale dieser Menschen wurde auf staatlicher Ebene gesprochen. Damals begannen komplizierte Verhandlungsrunden zwischen der ukrainischen und der deutschen Seiten über mögliche Auszahlungen der Entschädigungen für unsere Landsleute, die während des Krieges so viel Leid und Erniedrigungen erlebt hatten.
Mitte der neunziger Jahre wurde das Geld aus den Mitteln der deutschen Regierung überwiesen. Heute sind auch die Auszahlungen aus den Mitteln der Österreichischen Stiftung „Versöhnung, Frieden und Zusammenarbeit“ abgeschlossen. Die deutsche Bundesstiftung „Erinnerung, Verantwortung und Zukunft“ führt die Auszahlungen im Rahmen der zweiten Rate durch.
Die Sklaven des Reiches sind in Deutschland nicht vergessen. Unterschiedliche private Organisationen helfen den NS-Opfern, insbesondere ehemaligen Zwangsarbeitern aus Osteuropa. Darüber hat unsere Zeitung mehrmals berichtet.
Eine Gruppe der NS-Opfer blieb jedoch eine lange Zeit außerhalb der gesellschaftlichen Aufmerksamkeit sowohl in der Ukraine als auch in Deutschland. Das sind ehemalige sowjetische Kriegsgefangene.
3,5 Millionen sowjetischen Kriegsgefangenen starben in deutschen Lagern vor Hunger, Kälte, Folter, Krankheiten und Zwangsarbeit. Nach dem Sieg wurden sie als Verräter angeklagt. Es hat sich ergeben, dass die ehemaligen Kriegsgefangenen, die bis heute leben, immer noch leiden. Weder die Bundesregierung noch führende Industrievertreter Deutschlands, die die Stiftung „Erinnerung, Verantwortung und Zukunft“ gegründet hatten, haben die Rechte dieser Gruppe auf eine Entschädigung akzeptiert. Die Historiker behaupten aber, dass gerade diese Sklaven des Reiches unter schwersten Bedingungen gelebt hatten.
In Deutschland gibt es jedoch Menschen, die nicht gleichgültig sind, wenn es um ehemalige sowjetische Kriegsgefangene geht. Ein Berliner Verein hat gegen die ungerechte Entscheidung der deutschen Industriellen und Regierungskreise protestiert, die gerade diese NS-Opfer nicht anspruchsberechtigt gemacht hatte. Leider sind diese Proteste nur auf taube Ohren gestoßen. Die Mitglieder eines kleinen Vereines namens KONTAKTE-KOHTAKTbI e.V. konnten sich damit nicht abfinden. Seit einigen Jahren sammeln sie in ganz Deutschland Spenden für diese Opferkategorie.
P. M. Budko, der Pressesprecher der Ukrainischen Nationalstiftung „Verständigung und Aussöhnung“: „Selbstverständlich steht das gesammelte Geld in keinem Vergleich zum Gesamtvolumen der staatlichen Entschädigung, die für ehemalige Zwangsarbeiter vorgesehen sind. Das ist aber nicht nur eine bestimmte Geldsumme. Das ist auch ein Zeichen der Solidarität mit ‚vergessenen‘ NS-Opfern.“
In der Ukraine haben bereits etwa 600 ehemalige Kriegsgefangenen humanitäre Hilfe erhalten. Das ist ein Zeichen der Anerkennung und eine Bitte um Vergebung, welche die heutige Generation der Deutschen an ehemalige sowjetische Kriegsgefangene richtet. Die Mitglieder von KONTAKTE-KOHTAKTbI e.V. sind bereit, den alten Menschen weiterzuhelfen, den Menschen, die in Jugendjahren den Schrecken des Krieges und der Kriegsgefangenschaft erlebt haben.
KONTAKTE-KOHTAKTbI e.V. führt das humanitäre Programm in der Ukraine über die Ukrainische Nationalstiftung „Verständigung und Aussöhnung“ durch. Das Recht auf eine humanitäre Hilfe haben ausschließlich ehemalige Kriegsgefangene. Die Familienmitglieder und Nachkömmen haben keinen Anspruch.
Für die Antragstellung müssen sich ehemalige Kriegsgefangene an Gebietsfilialen der Ukrainischen Nationalstiftung „Verständigung und Aussöhnung“ am Wohnort wenden. Man muss das Soldbuch bzw. Militärausweis oder eine Bescheinigung der Militärbehörde bei sich haben, die die Kriegsgefangenschaft bestätigt. Bitte bringen Sie den Pass und im Falle der Namenänderung eine Änderungsurkunde mit.
Zugleich bittet der Verein KONTAKTE-KOHTAKTbI e.V. ehemalige Kriegsgefangene, ausführliche Erinnerungen zu schicken, damit die Wahrheit über das schwere und ungerechte Schicksal dieser Menschen heutige und künftige Generationen des deutschen Volkes erfahren können.
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