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KONTAKTE-KOHTAKTbI
Verein für Kontakte zu Ländern der ehemaligen Sowjetunion.
Als Kriegsgefangene in der Sowjetunion haben wir Hunger, harte Arbeit und winterliche Kälte überlebt. Wir blicken nicht im Zorn zurück, denn jenseits des Stacheldrahts lebten die Menschen kaum besser als wir. Einige haben uns mit Gesten des Mitleids und der Versöhnung beschenkt, und sei es ein Stück Brot, von Mensch zu Mensch über den Zaun gereicht.
Vom ersten Tag des Überfalls auf die Sowjetunion bis zur Kapitulation und dem Weg in die Kriegsgefangenschaft hörten wir vom sowjetischen „Untermenschen“, der keine Schonung verdiene. Heute wissen wir, wie es den sowjetischen Soldaten in deutscher Gefangenschaft erging. In den Kesselschlachten des deutschen „Blitzkrieges“ gerieten Hunderttausende in Gefangenschaft. Es gab für sie keinen Ernährungsplan, keine Baracken im Winter. Sie starben hinter Stacheldraht auf kahlem Feld in selbst gegrabenen Erdhöhlen, in offenen Waggons bei der Deportation nach Deutschland, sie starben als Zwangsarbeiter im Steinbruch, im Bergbau, beim Minenräumen. Das Ergebnis war Vernichtung durch Arbeit, über drei Millionen Ermordete, Verhungerte, Erfrorene.
Die noch Überlebenden haben bis heute traumatische Erinnerungen. Viele von ihnen sind verarmt. Die Nachricht aus Deutschland, man würde den Zwangs-arbeitern und anderen NS-Opfern eine materielle Geste der Anerkennung des Unrechts gewähren, weckte Hoffnung. Aber am Ende ihres Lebens wird den ehemaligen sowjetischen Kriegsgefangenen noch einmal die Anerkennung als NS-Opfer versagt: Der Bundestag hatte per Gesetz beschlossen: „Kriegsgefangenschaft begründet keinen Leistungsanspruch“.
Wir appellieren an den Deutschen Bundestag, das Gesetz zu ändern.
Als Soforthilfe unterstützen wir den Spendenaufruf des Vereins KONTAKTE-KOHTAKTbI e.V. für die letzten Überlebenden, die als sowjetische Kriegsgefangene zur Zwangsarbeit nach Deutschland verschleppt worden waren.
Prof. Dr. Klaus Meyer
(ehemaliges Lager 137/2).
Prof. Wolfgang Ludwig
(ehemaliges Waldlager nahe Moskau).
Spendenkonto:
Kontakte-Kontakty, Konto-Nr. 306 55 99 006, Berliner Volksbank, BLZ 100 900 00
Kennwort „Kriegsgefangene“
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