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KONTAKTE-KOHTAKTbI
Verein für Kontakte zu Ländern der ehemaligen Sowjetunion.
Ein Bericht von Marina Schubarth.
Die Idee, das Thema Zwangsarbeit in einem Theater vorzustellen, hatte ich schon vor einigen Jahren. Ich war selbst zehn Jahre auf der Bühne aktiv und bin mit dem Herzen immer noch da.
Theaterkunst und Zwangsarbeit stehen in einer tragischen Verbindung: Während des Krieges waren viele Zwangsarbeiter in Berliner Theatern beschäftigt. Die Sophiensäle gedenken ihrer mit einer Tafel, die Staatsoper sucht „ihre“ Zwangsarbeiter.
Der Schriftzug „OST“ auf dem Dach der Volksbühne am Rosa-Luxemburg-Platz gab den Ausschlag. Dies war die gleiche Typographie wie während des Krieges auf den Erkennungsschildern für Zwangsarbeiter aus dem Osten. Dort war man von der Idee einer Benefizveranstaltung sofort begeistert.
Anlass war dann der Besuch einer Gruppe ehemaliger ukrainischer Zwangsarbeiter in Berlin. Ich übergab der Volksbühne Übersetzungen von Briefen der alten Menschen, in denen sie ihr Schicksal schildern, und überließ dem Theater die Auswahl.
Schließlich lasen Karin Ugowski, Heide Kipp und Winfried Wagner am Abend des 9. Mai im überfüllten Roten Salon aus sechs Briefen. Unter unseren acht Gästen waren zwei Autorinnen der vorgelesenen Texte.
Nach den Schauspielern kamen die Gäste zu Wort. So wurde an diesem Abend mit Intensität und Authentizität Geschichte vermittelt.
Das Konzept, aus Biographien anwesender Gäste zu lesen, bewegte die Schauspieler. Was sie vortrugen, war nichts Vergangenes, es begann zu leben. Vielleicht gibt diese Verbindung von Kunst und lebenden Personen eine neue Richtung im Umgang mit dem Thema Zwangsarbeit, fernab bürokratischer Pflichttermine.
In der anschließenden Diskussionsrunde, die von der Journalistin Margit Miosga geleitet wurde, sprach unter anderem auch Günter Saathoff, der Generalbeauftragte der deutschen Stiftung „Erinnerung, Verantwortung und Zukunft“ über die Probleme der Nachweis- und Auszahlungsprozeduren, um den „Ostarbeitern“ letztlich doch noch zu einer Kompensationszahlung zu verhelfen.
Auch die ehemaligen Zwangsarbeiter kamen zu Wort und drückten ihre Dankbarkeit aus, noch einmal in Berlin sein zu können und die Orte ihrer Zwangsarbeit und Lager sehen zu können. Aber auch ihre schwere Suche nach den Dokumenten.
Um so größer war die Überraschung, als zum Abschluss des Abends sieben der Gäste die „Plausibilitätsbescheinigung“ des Berliner Amtes für Entschädigungsfragen überreicht wurde. Diese amtlichen Dokumente müssen von der Ukrainischen Nationalstiftung für die Auszahlungen anerkannt werden.
Unter Akkordeonklängen, Tränen, Trinksprüchen ging ein denkwürdiger Abend zu Ende.
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