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KONTAKTE-KOHTAKTbI

Verein für Kontakte zu Ländern der ehemaligen Sowjetunion.

Unsere neue Partnerschaft mit Balaschicha.

Ein beeindruckendes Erlebnis unserer Moskaureise Anfang November 2003 war jenseits der Stadtgrenze, in Balaschicha. Die pädiatrisch-onkologische Abteilung des dortigen Krankenhauses ist für unsere Leserschaft neu. Deshalb stellen wir sie mit den Worten der Krankenhausleiterin vor, Frau Dr. med. Rimma F. Sawkova.

KONTAKTE-KOHTAKTbI e.V. ist dort nicht unbekannt. Einem der Stationsärzte, Konstantin Dobrenkow, hatten wir bereits vor mehreren Jahren ein Stipendium im Universitätsklinikum Essen vermittelt, als er noch auf unserer Partnerstation im Moskauer Morosov-Kinderkrankenhaus arbeitete. Auch die Oberärztin der onkologischen Abteilung in Balaschicha lernte dort die von uns unterstützten modernen Therapie- und Arbeitsformen in der Intensivtherapie kennen. Manchmal hatte unser Partner Prof. Dr. Karatschunski auch von uns im Rahmen der multizentrischen Studie Moskau-Berlin-Protokoll gelieferte Hilfsmittel nach Balaschicha übermittelt.

Für diese onkologische Einrichtung werden jetzt Partnerkliniken im Land Brandenburg gesucht.

Abteilung Pädiatrische Onkologie -
Onkologiestation des Moskauer Bezirks (Moskauer Oblast).

Vorgestellt von Dr. med. Rimma F. Sawkova.

Die Abteilung der Pädiatrischen Onkologie befindet sich in der Moskauer Bezirksonkologiestation Balaschicha. Sie ist die einzige Onkologieabteilung der Region zur Behandlung onkologischer Erkrankungen bei Kindern und Jugendlichen.

Der Moskauer Bezirk gehört zu den bevölkerungsstärksten Regionen Russlands. Zum 1. Januar 2002 lebten im Moskauer Bezirk 976 795 Kinder und 285 952 Jugendliche. Jährlich erkranken in dieser Region 13,3 von 100 000 Kindern und Jugendlichen an bösartigen Tumoren. Pro Jahr werden durchschnittlich 115 bis 130 Neupatienten mit Verdacht einer onkologischen Erkrankung aufgenommen.

Die Abteilung ist ausgelegt für 40 Bettenplätze einschließlich sechs für die Intensivtherapie und ist nach Standardprinzipien organisiert: es gibt Behandlungszimmer zur Durchführung der Standard-Polychemotherapie, Behandlungszimmer für stationäre Intensivtherapie und ein Zimmer für stationäre Kurzbehandlungen von einem Tag. Zu der Einrichtung zählt das Sprechzimmer des Pädiatrischen Onkologen, in der die Erst- und Stationsaufnahme durchgeführt werden. Täglich kommen etwa 20 Kinder in die Poliklinik.

Im Jahr 2000 erfolgte eine grundlegende Umstrukturierung der Abteilung mit modernen Therapieprinzipien und -schemata für onkologische Erkrankungen bei Kindern, der Renovierung der Abteilung und dem Personalwechsel der Ärzte. Dies spiegelt sich direkt in den Behandlungsergebnissen wider, die zum jetzigen Zeitpunkt den Ergebnissen der führenden Zentren Russlands (Russisches Republiks-Kinder-Krankenhaus RKDB, Russisches Onkologisches Wissenschaftliches Zentrum RONZ, Russische Akademie der Medizinischen Wissenschaften RAMN) entsprechen.

Im Jahre 2000 wurde die Abteilung der Pädiatrischen Onkologie in die multizentrische, randomisierte Studie zur vergleichenden Effektivität der Therapie akuter lymphatischer Leukämie bei Kindern aufgenommen (Moskau-Berlin-Protokoll „MB-91“), was uns ermöglicht, eine kostengünstigere, doch qualitativ hochwertige Therapie für die Behandlung der entsprechenden Erkrankungen anzuwenden. Seit 2002 beteiligt sich die Abteilung an der internationalen kooperativen Studie MB-2002, deren Ziel es ist, die Effektivität der Therapie akuter lymphatischer Leukämie zu erhöhen. Seit 2002 beteiligt sich die Abteilung an der multizentrischen Forschung zur Therapie akuter nicht-lymphatischer Leukämie. Seit 2000 werden in der Abteilung erstmals Tumorerkrankungen des Zentralnervensystems behandelt, 2002 wurde die Abteilung Mitglied einer Kooperationsgruppe zur Behandlung von Medulloblastomen bei Kindern. Zum jetzigen Zeitpunkt ist ein Programm zur Untersuchung und Behandlung von Kindern ausgearbeitet, die an einer nicht-onkologischen Blutkrankheit (Dysplasie bei der Blutbildung) leiden. In Anbetracht der früheren Behandlung ohne Programm gibt es in der Abteilung viele Patienten mit Tumorrezidiven.

Große Bedeutung wird den sozial-psychologischen Aspekten der Behandlung beigemessen. Unter diesem Gesichtspunkt wurde ein psycho-soziales Rehabilitations-programm für Patienten und deren Verwandte entwickelt und eingeführt, dass mit dem Zeitpunkt der Aufnahme in die Abteilung beginnt. Die Behandlung in der Abteilung erfolgt vollständig auf kostenloser Basis. Die Besonderheit der hier behandelten Patienten ist, dass sie zum größten Teil aus sozial benachteiligten Familien stammen.

Das Ärztepersonal der Abteilung.

In der Abteilung arbeiten sieben Fachärzte für Pädiatrische Onkologie.

Die Abteilungsleiterin Swetlana Warfolomejewa, 32 Jahre alt, war die Initiatiorin und wichtigste Ausführende der Abteilungsumstrukturierung. Sie absolvierte 1996 die Russische Staatliche Medizinische Universität Moskau in der Fachrichtung Pädiatrie. Danach setzte sie ihre Ausbildung als Assistenzärztin für Pädiatrie und Onko-hämatologie im Morosow-Kinderkrankenhaus Moskau fort. Im Jahre 2000 führte sie bedeutende Veränderungen in der Arbeit der Pädiatrischen Onkologiestation der Onkologiestation des Moskauer Bezirks ein.

Abteilungsarzt Konstantin Dobrenkow absolvierte 1996 die Staatliche Medizinische Universität in der Fachrichtung Pädiatrie. Danach studierte er als Assistenzarzt Onkologie/Onkohämatologie mit einem halbjährigen Auslandsstudium an der Universitätsklinik Essen. (Das Stipendium wurde von KONTAKTE-KOHTAKTbI finanziert.) Er arbeitete im Morosow-Krankenhaus (Abteilung Onkohämatologie). In die Pädiatrische Abteilung kam K. Dobrenkow 2001. Sein Tätigkeitsfeld sind wissenschaftlich-organisatorische Fragen. Seine wissenschaftlichen Interessen liegen in der Immunotherapie onkologischer Erkrankungen.

Abteilungsärztin Jewgenija Injuschkina, 31 Jahre alt, absolvierte 1996 die Russische Staatliche Medizinische Universität in der Fachrichtung Pädiatrie. Sie arbeitete als Assistenzärztin in der Pädiatrie, seit 2000 arbeitet sie in der Pädiatrischen Abteilung. Ihre wissenschaftlichen Interessen liegen in akuten Leukämien bei Kindern im Alter unter einem Jahr.

Bild der Abteilungsärztin Jewgenija Injuschkina

Abteilungsärztin Jewgenija Injuschkina.

Abteilungsärztin Tatjana Schamanskaja, 31 Jahre alt, absolvierte 1996 das Medizinische Institut der Krim in Simferopol in der Fachrichtung Pädiatrie. Nach ihrer Arbeit als Assistenzärztin in der Pädiatrie trat sie ihre Tätigkeit in der Pädiatrischen Abteilung im Jahre 2001 an. Ihre wissenschaftlichen Interessen gelten der lymphatischen Epidemiologie.

Abteilungsärztin Swetlana Anoschina, 27 Jahre alt, absolvierte 2000 die Russische Staatliche Medizinische Universität in der Fachrichtung Pädiatrie. Sie praktizierte als Assistenzärztin in der Pädiatrie, seit 2003 arbeitet sie in der Pädiatrischen Abteilung. Ihr Tätigkeitsfeld ist die epidemiologische Erforschung von Tumoren im Zentralnervensystem.

Abteilungsarzt Denis Katschanow, 25 Jahre alt, absolvierte 2000 die Russische Staatliche Medizinische Universität in der Fachrichtung Pädiatrie, danach war er Assistenzarzt in der Pädiatrie. In der Pädiatrischen Abteilung arbeitet er seit 2003. Er interessiert sich für die neurologischen Aspekte der pädiatrischen Onkologie.

Zur Zeit arbeitet hier auch ein Assistenzarzt vom wissenschaftlichen Forschungsinstitut für Pädiatrische Hämatologie Georgi Paroschin, der 2001 die Russische Staatliche Medizinische Universität in der Fachrichtung Pädiatrie absolvierte und seine Ausbildung als Assistenzarzt in der Pädiatrie fortsetzt.

Das größte Problem der Abteilung liegt in den unzulänglichen räumlichen Bedingungen, welche gegenwärtig den Standards der Onkologischen Behandlung nicht gerecht werden. Bestimmte Probleme stellen einige Präparatarten dar, insbesondere Medikamente zur Behandlung nicht-blastischer Anämie (Antithymozytenglobulin, Zyklosporin) und teure antibakterielle Präparate (Meronem, Tienam, Kansidas, Ambisom).

Eine zusätzliche Schwierigkeit stellt die Entlohnung des medizinischen Personals dar , welche dem Umfang und sozial-psychologischen Stellenwert der Arbeit nicht gerecht wird. Dieser Umstand zwingt die Ärzte, in Privatkliniken zu arbeiten bzw. einer nichtmedizinischen Tätigkeit nachzugehen.

Da die Computertechnik der Abteilung veraltet ist (Computer, Scanner, Internet), sehen sich die Ärzte aufgrund der Tatsache, dass die medizinische Ausbildung im Moskauer Bezirk auf Vorlesungen, Seminaren, Konsultationen mit Ärzten in den Territorien Russlands basiert, vor großen Schwierigkeiten.

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