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KONTAKTE-KOHTAKTbI
Verein für Kontakte zu Ländern der ehemaligen Sowjetunion.
Wie immer fand das Treffen der MB-Studiengruppe im Moskauer Vorort Sowchos Moskowski im kleinen Kongresszentrum statt. Das angeschlossene Hotel ist ein umgebautes normales Wohnhaus, man wohnt in einem russischen Appartment wie Millionen andere Russen auch. Die Appartments eignen sich gut für kleine Treffen mit den Gruppenmitgliedern, um Vorträge vorzubereiten oder bestimmte Aspekte zu diskutieren.
Das MB-Studientreffen war eingebettet in eine größere kinderonkologische Veranstaltung, die von Prof. Rumiantsev, Direktor des staatlichen Instituts für Kinderhämatologie, organisiert war und derentwegen die Teilnehmer ohnehin anwesend waren. Dadurch konnten Reisekosten gespart werden. Dem MB-Treffen wurde ein Vormittag gewidmet. Es wurde ausführlich die Patientenrekrutierung der einzelnen Zentren in die aktuell laufende Studie vorgestellt und insbesondere bei Abweichungen von der erwarteten Zahl diskutiert. Darüber hinaus wurden die einzelnen Randomisierungen der Studie besprochen und festgestellt, dass keine Abbruchkriterien erfüllt sind. Die Studie MB 2008 kann also ohne Einschränkungen weiter laufen. Es wurde ausführlich auf die recht aufwändige Toxizitätsdokumentation eingegangen, die nicht immer vollständig und zeitnah ausgefüllt wird. Sie ist aber essenziell bei den aktuellen Studienfragen. Wenn 2 Studienzweige gleiche Ergebnisse erbringen, so kann die Toxizitätsanalyse den entscheidenden Ausschlag dafür geben, welchem Arm zukünftig der Vorzug zu geben ist. Prof. Karachunskiy stellte die ersten zusammen mit dem pharmakologischen Labor von Prof. Boos in Münster erarbeiteten Daten zu Asparaginasespiegel bei unterschiedlichen Dosierungen vor. Diese zeigen hochinteressante Ergebnisse und bestätigen die klinischen Beobachtungen, dass z.B. in der Konsolidierungsphase des Behandlungsprotokolls von Standardrisikopatienten die halbe Dosis von 5000 Einheiten Asparaginase pro Quatratmeter Körperoberfläche keine schlechteren Ergebnisse – und Spiegelverläufe – ergibt als die doppelte Dosis von 10 000 Einheiten. Mit diesem Ergebnis lässt sich eine deutlich günstigere und weniger toxische Therapie begründen. Die Zusammenarbeit mit dem Labor Boos in Münster und die Messung von Asparaginaseaktivität wird weiterhin angestrebt, um diese international beachtenswerten Daten weiter zu untermauern.
Insgesamt war auch dieses Mal das Studientreffen hochinteressant mit lebhaften Diskussion und gut vorbereiteten Präsentationen. Die MB-Studiengruppe stellt sich als lebendige, aktive und ausgesprochen kooperative Gemeinschaft dar, die durch konsequente Optimierung der Therapie inzwischen in der Lage ist, den größten Teil der leukämiekranken Kinder in Russland zu heilen.
Dr. med. Arend von Stackelberg.
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