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KONTAKTE-KOHTAKTbI
Verein für Kontakte zu Ländern der ehemaligen Sowjetunion.
An den Verein für Kontakte
mit Ländern der ehemaligen Sowjetunion
Herrn Eberhard Radczuweit
von den Eltern Saudia Nurmatowas.
Sehr geehrter Herr Eberhard Radczuweit!
Wir schreiben Ihnen voller Hoffnung aus Usbekistan. Unsere Tochter Saudia ist an Leukämie erkrankt. Im Internet haben wir erfahren, dass Sie ein Programm zur Behandlung leukämiekranker Kinder in Russland unterstützen. Den Ärzten und dem medizinischen Personal in Moskau hilft der Verein „Kontakte“ mit Stipendien, Ausrüstungen und Medikamenten. Da Usbekistan ein Land der ehemaligen Sowjetunion ist – können wir mit Ihrer Hilfe rechnen?
Unsere Tochter befindet sich seit dem 7. 10. 2008 mit der Diagnose Akute Lymphoblastische Leukämie zur Behandlung in der Kinderabteilung des Wissenschaftlichen Instituts für Hämatologie Usbekistans. Sie erhält bereits eine Polychemotherapie nach dem deutschen Protokoll BFM. Aber die Infrastruktur der usbekischen Kliniken unterscheidet sich sehr von den deutschen Zentren für Onkologie und Hämatologie. Die Zimmer sind überfüllt, die Pflege ist unzureichend, Mutter und Kind schlafen in einem Bett. Obwohl sich viele Eltern bemühen, ihre Kinder selbst zu pflegen, kennen sie viele spezifische Pflegeelemente nicht. Immerhin müssen das ausgebildete Fachkräfte tun. In unseren Krankenhäusern befindet sich die Krankenpflege auf einem ziemlich niedrigen Niveau oder fehlt ganz. Deshalb unterscheidet sich die Arbeitsorganisation des Personals sehr von der westlichen. Es gibt keine persönliche Verantwortung der Schwestern für das kranke Kind. Das alles führt zu einer schmerzlichen Anzahl von Komplikationen und zur Ausbreitung von Infektionen, oft mit tödlichem Ausgang. Ich rede nicht einmal von der fehlenden Luftreinigung. Viele Patienten mit geschwächtem Immunsystem sterben nicht an Leukämie, sondern an Infektionen, deren Behandlung sehr teuer ist. Es fehlt sogar an Diagnostik. Zur Untersuchung unserer Tochter mussten wir mit dem Flugzeug über Bekannte Knochenmarkproben nach Moskau in das Wissenschaftliche Institut für Hämatologie schicken.

Saudia vor der Krebserkrankung mit ihrem Bruder. KONTAKTE-KOHTAKTbI stellt für die Behandlung von Suadia in einer unserer russischen Partnerkliniken 20 000 Euro zur Verfügung.
Darum bitte ich Sie, geben Sie unserer Tochter eine Heilungschance! Ist vielleicht eine Behandlung in Deutschland oder bei Ihren Moskauer Partnern möglich, oder irgendeine andere Hilfe? Unsere Lage wird noch dadurch verschärft, dass unser zweites, fünfjähriges Kind ebenfalls im Krankenhaus liegt, mit der Diagnose „kindliche zerebrale Paralyse“. Alle drei Monate fahren wir von Andishan (ein Gebiet in Usbekistan) nach Taschkent, um unseren Sohn zur nächstfolgenden Behandlung ins neurologische Krankenhaus zu bringen. Und nun ein solcher Schlag! Wir zerreißen uns zwischen zwei Krankenhäusern, müssen wohl unser Haus verkaufen.
Der Verein „Kontakte“ unterstützt ein Partnerschaftsprogramm für leukämiekranke Kinder in Russland, das die traditionelle humanitäre Hilfe mit wissenschaftlichen Erkenntnissen verbindet, ohne welche die Behandlung dieser immer noch tödlichen Krankheit nicht möglich wäre. Im Zentrum dieser Partnerschaft stehen die multizentrischen Studien zum Moskau-Berlin-Protokoll. Das ist ein erfolgreiches Projekt des Vereins „Kontakte“. Dank dessen ist es gelungen, in den russischen Kliniken Therapiestandards einzuführen und die Überlebensrate leukämiekranker Kinder von 10 % Anfang der 90er auf 70 % nach der letzten Studie 2002 zu heben. Die Ärzte am Institut für Hämatologie Usbekistans sind daran interessiert, an diesem Projekt teilzunehmen und stehen in ständiger Verbindung mit Ärzten verschiedener Kliniken per Email oder Telefon. Informationen zu dieser Frage würden wir unseren Ärzten übermitteln.
Mit Hoffnung und Dankbarkeit Saudias Eltern.
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