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KONTAKTE-KOHTAKTbI
Verein für Kontakte zu Ländern der ehemaligen Sowjetunion.
Ein Bericht des KONTAKTE-KOHTAKTbI-Stipendiaten Dr. med. Gleb Bronin [1].
Berlin, 12. November 2005.
Unsere Abteilung im Morosow-Klinikum in Moskau ist die älteste Klinik für Kinderhämatologie in ganz Russland. Die Kinder mit Leukämien wurden hier seit den 1960er Jahren speziell behandelt. Zuvor verblieben leukämiekranke Kinder als unheilbar in allgemeinen pädiatrischen Abteilungen. Jedoch der richtige Durchbruch in der Behandlung solcher Patienten erfolgte erst vor 15 Jahren mit dem Beginn einer deutsch-russischen Kooperation.
Mit aktiver Unterstützung des Vereins KONTAKTE-KOHTAKTbI wurden nicht einfach „Spenden für kranke Kinder“, sondern systematische Hilfe möglich. Viele Ärzte und Krankenschwestern wurden in Deutschland ausgebildet, das Gebäude wurde saniert, moderne Medikamente wurden erreichbar.
Jetzt können wir mit vergleichbaren Ergebnissen wie deutsche Ärzte unsere Patienten von malignen hämatologischen Krankheiten behandeln.
Für die am meisten verbreitete maligne Krankheit im Kindesalter – akute lymphoblastische Leukämie – haben wir jetzt ein einheimisches Protokoll (ALL-MB-2002), das an die russischen Bedingungen adaptiert ist und durch Unterstützung vom Verein KONTAKTE-KOHTAKTbI und von Kollegen aus der Charité (Berlin) gefördert wird.
Ist die Zeit gekommen, um diese erfolgreiche Kooperation zu beenden?
Ich meine, nein. Es gibt zu viele Probleme, die wir noch nicht lösen können.
Wir verlieren noch viele Patienten nicht nur wegen bösartiger Tumore, sondern auch wegen Komplikationen der Behandlung. Infektionen, erregt von Pilzen, Bakterien, Viren, die für gesunde Menschen keine Gefahr bedeuten, verursachen richtige Katastrophen im Organismus des Kindes, dessen Knochenmark zweimal verletzt ist (durch den Tumor und durch Chemotherapie). Die Kinder sterben auch in Remission, wenn sie vom Tumor schon genesen sind.

Dr. med. Gleb Bronin
Foto: Prof. Dr. med. Alexander Karatschunsky.
Die Behandlung von solchen Infektionen kostet heute viel mehr als die Behandlung der Haupterkrankung. Zum Beispiel: die Dosis eines modernen Anti-Pilz-Medikaments kostet zwischen 300 bis 1200 Euro. In dieser Situation dürfen wir nicht die Bedeutung der Supportiv-Therapie versäumen.
Wir brauchen heute umfassenden Zugang zu diesem Problem, das nicht nur aus reiner antibiotischer oder antimykotischer Behandlung besteht, sondern auch Prophylaxe, frühe Diagnostik, effektive Therapie und Monitoring enthält. Diesbezügliche Erfahrungen deutscher Ärzte unterscheidet sich sehr von unseren.
Während meines Aufenthalt an der Charité (die wird nur mit dem Stipendium von KONTAKTE-KOHTAKTbI e.V. ermöglicht) kann ich jetzt russische und deutsche Zugänge vergleichen und auch dazu ein wissenschaftliches Projekt fördern. Ich will durch diese Studie die Behandlung verbessern, um unseren Kindern noch eine Chance fürs Überleben zu geben.
Ohne Ihre Unterstützung sind solche Wünsche überhaupt vergeblich. Die ganze Dankbarkeit kann ich nicht in Worte zu fassen. Herzlichen gewaltigen Dank für Ihre Hilfe!
[1] Dr. med. Gleb Bronin ist Stationsarzt in der Moskauer Morosov-Kinderklinik, Abteilung für Onkologie und Hämatologie.
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