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KONTAKTE-KOHTAKTbI

Verein für Kontakte zu Ländern der ehemaligen Sowjetunion.

Partnerschaft für leukämiekranke Kinder in Russland und Belarus.

Als KONTAKTE-KOHTAKTbI im Januar 1990 gegründet wurde, war Tschernobyl zu einem Menetekel des Atomzeitalters geworden. Die langfristigen Nachwirkungen der Katastrophe lösten vielfältige Hilfsmaßnahmen für die betroffenen Regionen aus. Um ein Zeichen der Solidarität zu setzen, luden wir Kinderärzte und ihre Patienten aus Belarus nach Berlin ein. Es waren leukämiekranke Kinder. Unabhängig davon, ob die Tschernobyl-Katastrophe ihre Erkrankung verschuldet hatte, gerieten die Leukämiekinder in den Mittelpunkt unserer Fürsorge. Denn damals galt diese Krankheit in der UdSSR als unheilbar. Dagegen gelang schon in den 70er Jahren an den Universitätskliniken in Berlin, Frankfurt a. M. und in Münster der Durchbruch mit der Entwicklung des Therapieprogramms „BFM-Protokoll“. In Berlin war der Kinderonkologe Prof. Dr. Günter Henze daran beteiligt.

Usbekistan, vor dem Universitätsklinikum Taschkent, Herbst 2012 Mütter mit ihren Kindern, die nach der von uns geförderten Therapiestudie „Moskau-Berlin-Protokoll“ behandelt werden.
(Foto: Dr. med. Sapura Ibragimova).

Der Kalte Krieg hatte den freien Wissenschaftsaustausch zwischen West und Ost verhindert. Nach der Wende nutzten wir die Chance, Kontakte zwischen deutschen und russischen Kinderärzten und Wissenschaftlern zu fördern. Zwei von ihnen wurden zu Geburtshelfern eines modernen, effektiven Therapieprogramms, das seither Tausenden Kindern das Leben gerettet hat: Alexander Isakowitsch Karachunsky aus Moskau und Günter Henze aus Berlin. Es ist ein Therapieschema, das unter dem Namen Moskau-Berlin-Protokoll (ALL-MB) in der internationalen Fachwelt bekannt geworden ist. Seit 1991 finanziert KONTAKTE-KOHTAKTbI e.V. aus Spendenmitteln – Kennwort Kinderleukämie – die weitere Entwicklung des Protokolls, nach dem derzeit jährlich 600 Kinder behandelt werden, die an akuter lymphoblastischer Leukämie erkranken. Ihre Überlebenswahrscheinlichkeit wird mit 83% angegeben.

Mehr über die Hilfe für leukämiekranke Kinder in Russland und anderen GUS-Ländern.

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